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ein, bei welchen dann zahlreiche Abgeordnete der erbetenen Regie-rungen und Städte nicht fehlten. Die alten Geschichten und Chro-niken der Schweiz sind reich an Beschreibungen solcher Lusttage undder dabei bewirtheten Gäste, von einer Republik zur andern. Keinandres europäisches Land hat Aehnliches aufzuweisen. Auch iztnoch dauern die Einladungen zum Genuß gemeinsamer Freuden-tage und Spiele von Stadt zu Stadt, von Dorf zu Dorf, vonKanton zu Kanton fort. Oft giebt ein Ort gastfrei nur der inWaffen oder im Turnen geübten Jugend andrer Orte und Kantonedas Fest. Ueblicher aber sind seit zwanzig Jahren volkreiche Zusam-menkünfte und Vereine von Männern aller Gegenden des Schweizer-landes, bald der Schützen zu eidgenössischen Freischießen, bald derSängerchöre verschiedner Kantone, bald der Musikliebhaber, baldanderer sogenannten allgemeinen Gesellschaften geworden. Hunderte,oft Tausende von Gästen erscheinen dabei, die Lust des Volksfestesmit zu genießen, welches durch die Gastfreundlichkeit der Gegend,in der es begangen wird, nicht selten für sie mit beträchtlichemAufwand verbunden ist.

Warum sollt' ich hier die bekannten Merkwürdigkeiten der StadtLuzern aufzählen? Man findet sie in einer erkleklichen Menge vonReisebüchern genannt und beschrieben. Lieber wend ich meinen Blickdem majestätischen Pilatus zu, diesem Riesen in einer vierzehnStunden langen Reihe von Gebirgskuppen, der, mit seinen siebenungleich hohen Felsenhörnern, im Hintergrunde unsers Bildesschwebt. Schroffer, wilder, zerrissener und erhabener, als dersanftere Rigi, ragt seine lezte Spitze fast anderthalb tausend Schuhüber diesen hinaus (7130 Schuh über die Meeresfläche). Auch rei-cher ist er an mannigfaltigen und seltner» Pflanzen, ungerechnetdie Menge der Versteinerungen, welche die Lager seiner Kalkstein-massen enthalten. Dorfschaften und Höfe blühen rings um an seinenAbhängen. Bis zu seinen höchsten Kämmen und Grathen weidenSommers die Heerden.

Uebrigens kann man wohl zugeben, daß er denen, die desVergnügens willen Gebirgsreisen machen, weder soviel Bequem-lichkeiten beim Ersteigen seiner Höhen darbietet, wie der Rigi,noch die Mühen so schön durch Aussichten in unermeßliche Fernenbelohnt. Denn seine Zugänge sind von allen Seiten ziemlich rauh,von Tannenwäldern, oder Nebenbergen, oder Felsen umzogen unddes wechselnden Blicks in die tiefern Thalgegenden beraubt; oftjäh und schlüpfrig. In seinen höchsten Alpen wird die Aussicht überdie Reiche der untern Welt nicht nach jeder Seite hin frei gelassen,

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