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1 (1836)
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halbes Jahrhundert lang Luzern und die übrige Eidgenossenschaftmit seinen witzigen Einfällen, Schwanken und Streichen zu er-heitern. Er hieß Fritschi, ein jovialer, luftiger Bruder, zu Endedes XV. Jahrhunderts, der sein Vermögen, und er war reich,dem Gott der Freuden widmete, so lang er lebte, und, durchein Vermächtniß, selbst noch nach seinem Tode.

In diesem Vermächtniß ordnete er an: Alljährlich an einemgewissen Tage, (gewöhnlich dem letzten Donnerstag der Fastnacht)sollen die Mitgieder der Stadtzunft, zu welcher er gehörte, einen. Umzug durch die Stadt halten, Musik voran, und ein Mann vonseiner Gestalt und Art dabei. Dieser habe als sein Stellvertreterzu erscheinen, und den großen, silbergeschmückten Pokal, den erhinterlassen (der Fritschikopf genannt), stattlich zu tragen und,wohlgefullt mit Wein, jedem anzubieten, der einen guten Trunkbegehre. Dann müsse der Zug der Männer, alle in Harnisch undWaffen, hinaus nach der Halden, wo er selber einst gewohnt,gelacht und getrunken hatte, um seiner nicht zu vergessen; vonda aber in den Zunstsaal zurück, den Tag bei Spiel und Tanz,Wein und Gesang zu vollenden.

Es ist nicht nöthig zu sagen, daß sich die muntern Luzernerein Testament dieser Art Wohlgefallen ließen. Selbst ehrbare Naths-herrn und Regenten des Staates marschirten in den ersten Zeitenfeierlich und gewissenhaft mit, bis sie allzu vornehm wurden, ummit Unterthanen und Angehörigen das Vergnügen zu theilen. Zier-lich gekleidete, schöne Knaben eröffneten die lustige Prozession,hinter welchen in Harnisch und Waffen, mit eroberten Sieges-zeichen, eine Mannsschaar folgte. Nach ihr schritt der Träger desgroßen Fritschibechers majestätisch einher, neben ihm auf einerSeite das Zunft-Banner, auf der andern ein Feldhauptmannzu Pferd in kriegerischer Rüstung. Hinter dem Becherträger abererschien, ebenfalls zu Pferd, endlich Bruder Fritschi selbst undseine ehrsame Hausfrau, beide in die Staatsfarben des Kantons,blau und weiß gekleidet; eine jubelnde Menge Volks von fernund nah schloß den Zug. Wie gesagt, die Festlichkeit wiederholtsich alljährlich noch heutiges Tages.

Wenn auch die Schweizer von jeher in ihren verschiedenen Kan-tonen und politischen Haushaltungen mit einander unter beständigenZwisten lebten, die zuweilen sogar in Kriege ausarteten, betrach-teten sie sich doch stets wie Glieder und Brüder einer und derselbenFamilie! War der Bruderzwist beseitigt, vergaß man ihn. VonKanton zu Kanton lud man sich zu großen, wvchenlangen Festen