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ohne Unordnung, Zerrüttung und gänzliche Auflösung zu erzeugen.Es war ein wahnsinniger Einfall, Frankreich mit seinen 32 Millio-nen Menschen zu einer einzigen Republik umzugestalten.
Die Geschichte kennt keine Republik von so ungeheurem Um-fang, weil solche in sich selber unmöglich ist, oder dem Volke keinehöhere Freiheit gewähren könnte, als jede wohl eingerichtete Mo-narchie. Für große Staaten ist das monarchische Princip Natur-nothwendigke.it. Das republikanische Rom, als es die Weltbeherrschte, war nur inner der Mauern der Hauptstadt. Außerder Ringmauer wohnten Unterthanen und zinsbare Bundesgenossen.Die nordamerikanischen Vercinftaaten sind, mit einer dünnen Be-völkerung auf weiten Landftrecken, kleinen Staaten gleich. New-»ork, der volkreichste derselben, zählt auf einem Flächenraum,so groß wie Altengland, wo 13 Millionen Seelen leben, nochnicht zwei Millionen Einwohner. Wenn dereinst Newyork gleicheBevölkerung wie England besizt, wird es entweder in eine Mengekleinerer Freistaaten zersplittert seyn, oder einer Monarchie soähnlich sehn, wie ein Haupthaar dem andern.
Da also nur kleine Staaten republikanischer Formen fähigsind, müssen sie, um nicht bei feindlichem Anstoß von den größernzertreten zu werden, Conföderationen mit ihres Gleichen eingehn,oder sich, wie die Republiken S. Marino, An dorre, Krakau,die jonischen Inseln, die freien Städte Deutschlands :c.,unter Schutz machtiger Nachbaren stellen. Der Föderalismusgewährt den Republiken zu ihrem selbstständigen Staatsleben undihrer Freiheit, die Kraft eines größern Reichs zum Widerstandgegen fremde Gewalt. Diese Kraft steigt in gleichem Maaße,wie sich das bloße Schutzbündniß der kleinen Staaten zu einemförmlichen Einheits-Bund Aller erhöht, worin sie, mit eig-nen Gesetzen und Regierunzen für sich dastehend, von ihrer Sou-veränität so viel an die allgemeine Bundesgewalt übertragen,als hinreicht, um als ein einziger, als ein BundesstaatFriedsamkeit und Ordnung im Innern, Ehrfurcht im Auslandzu erzielen.
Mächtige Fürstenreiche besitzen, was schwächere Staaten durchden Föderalismus erst zu gewinnen suchen, nämlich die Mittelzur Selbstvertheidigung und Concentrirung der Staatskraft ineiner Hand. Aber die Freiheit, deren sish die Bürger kleinerRepubliken erfreuen, finden große Staaten ihrerseits ebenfallsauf dem Wege des Föderalismus, oder eines Quasi-Födera-lismus der zu ihnen gehörenden Provinzen und Völkerschaften.