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1 (1836)
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^ Es ist der gefährlichste Irrthum, wenn man für innere Ruheund äußere Stärke großer Reiche das Hauptmittel in der so ge-nannten Vereinfachung der Verwaltung, das heißt, darin sucht,daß man Völkern und Provinzen von ganz ungleiche." Oertlich-keiten, Gewerbsarten, Gesittungsstufen, Lebensweisen und In-teressen einerlei Einrichtungen, Gesetze und Verwaltungsformenschafft. Es giebr keine größere Tyrannei, als die Tyrannei desGesetzes, welche auf widernatürliche, gewaltsame Weise, gleichmachen will, was von Natur und Schicksal ungleich gestellt ist.Kein verständiger Hausvater wird vom erwachsnen, gebildetenSohn das nämliche, was vom unmündigen fordern. JenesGleichmachungssnstem vernichtet alle menschliche Lebensfreiheit,macht allen herkömmlichen Gewohnheiten, Erinnerungen und Sit-ten, allen Lebensweisen und Bedürfnissen der verschiedenen Pro-vinzen den Krieg, und giebt den Einen mehr, als sie beim Zustandihrer Bildung gebrauchen können, den andern weniger, als ihnendurchaus nöthig ist. Daher in manchen Reichen die wachsende,allgemeine Unzufriedenheit; daher die ewige Unruhe Frankreichs,wo jeder Mißgriff in der Verwaltung gleichzeitig und überall imganzen Staat Schmerz und Murren erweckt.

Das alte Rom beherrschte tausend Völkerschaften des Erd-bodens mit leichter Hand durch den natürlichen Zauber eineSQuasi - Föderalismus , in welchem es der zusammengeschürzteKnoten zur Verbindung Aller blieb. Es ließ den unterthänigenNationen ihre Eigenthümlichkeiten, Religionen, Sitten und Ein-richtungen; ließ sie diesen gemäs verwalten und veredeln, undbehielt sich nur die fürstlichen Hoheitsrechte, Oberbefehl, Kriegs-volk und Abgaben vor. Ausbruch der Unzufriedenheit in einerGegend stöhrte die Ruhe der andern nicht, weil deren Interessennicht die gleichen waren, und konnte durch Uebermacht Aller leichtgedämpft oder in Schranken gehalten werden. Die großen,europäischen Reiche heutiger Zeit, wie Oesterreich, Preussen,Rußland, werden mit ähnlicher Staatsklugheit verwaltet. In-dem die Rechte, Freiheiten, Ordnungen und Bedürfnisse jederbesondern Provinz heilig gehalten, nur mit der fortschreitendenKultur der Einwohner allmählig verbessert und mit den Rechten,Freiheiten, Ordnungen und Bedürfnissen des Gesammtftaats inEinklang gesezt werden, sieht jede der Völkerschaften in einemund demselben Monarchen ihren eigenen Schntzgeist, und wird ihrein politischer Zustand theuer, der ihrer Natur und Civilisationentsprechend ist.