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schon in der Nähe der Alpen befand, welche das Kaltbad um-geben, und der Rigi noch im Sonnenglanz stand und der helle Himmelüber ihm, sah ich mit Erstaunen, mir gegenüber, plötzlich dieganze lange Gebirgskette sammt ihren Silberfirnen, selbst denhohen, nachbarlichen Pilatus, verschwunden. Statt dessen erhobstch vom flimmernden Spiegel des Vierwaldstättersees unter mir,bis zum Himmel, wie eine schwarze Wand, die finstre Nacht.Den obern Saum derselben bildete ein schwefelgelber Schimmer.Ich stand, im Genuß des vollen Sonnenscheins, still, und starrteüberrascht das Räthsel an. Es erklärte sich nur durch den dichtestenRegenguß, der eine düstre Wand vor mir bildete, und durch dasdahinter gelegne Hochgebirg Unterwaldens und Uri's blauschwarz»Färbung annahm. Den gelben Saum der Höhe schufen im Re-gengewölk gebrochne Sonnenstrahlen.
Die vom Tage glattabgefchm'ttne Nacht rückte mir über denSee immer näher. Die Sonne verlor sich. Im Doppelschritt eilfiich die Alp hinan. Aber aus der Thalschlucht wälzte sich, einerfallenden Lauine ähnlich, eine graue Masse Nebels, bergab demSee zu. Ein stürmischer Windstoß, schneidend kalt, flog ihr voran.Bald war ich im feuchten Duft verloren. Plözlich stürzte schwererRegen nieder. Blitze flammten. Alle Felsen leuchteten auf, indemsie von Donnerschlägen wiederhallten. Ich flüchtete in eine derSennhütten. Der Hirt, ein baumstarker Schwytzer, den sieben-ziger Jahren nahe, oder schon darin, bekreuzte und segnete sich,bei jedem Wetterschlag, mit leisem Gebet; da zwischen plauderteer aber ganz gelassen. Es ward endlich so finster, daß man ein-ander nur noch in Dämmerung sah. Der greise Senne schüttelt»den Kopf. Das hatte er vielleicht selber nicht oft erfahren. Nacheiner Viertelstunde aber war das Schauspiel aus. Ich machtenoch einige hundert Schritt weiter, zum Gafthause des kaltenBades.
Dieses dankt seinen Namen einer kalten Quelle, die aus demGeklüft aneinander gelehnter Nagelflueblöcke hervorbrodclt. IhreTemperatur beträgt vhngefähr 5 reaumürsche Grade, mit ge-ringem Abwechseln. Romantisch ist ihre Umgebung, ein enger Kreisvon Felsentrümmern, überwachsen von Tannengeftrüpp, mit schmalem
S) Wablenberg fand die Quellentemperatur im Jahr 1812 am4. Juny : 6°, 3 Celsius; am 6. Juny : 6°, 4; am lt. Septbr. : 6", 6.— Hr. Kämtz, Prof. der Physik zu Halle im Jahre 1832 am 12. Juo?land sie 6°, 31 C-ls. und am 11. July : e° 20.