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andrs scheinen dampfend zu werden. Wa? davon steigt nimmt, beistiller Luft, einige Zeit den leisen Zug ostwärts der Sonne ent-gegen. Statt des bisherigen weiten, weißen Schleiers, der dieErde verbarg, liegt nun ein großes, aus Wolken gestricktes Netzunter unsern Füßen, durch dessen Maschen wir dort ein Dörf-chen, hier einem Wald - und Wiesen-Fleck; in der Ferne den Sil-berfaden eines Stroms, in der Nähe eine Stadt hervortreten undwieder verschwinden sehen.
Nie aber sind die Bewegungen der Gewölke auffallender und über-raschender, als während der Vorbereitungen zu einem Gewitter. Im-mitten der klarsten Luft gewahrt man das Werden eines blassenDunstes; der wird Wolke. Aus Felsklüften steigen gespensterhaft weiß«Nebel hervor, und schleichen still, längs Bergwänden hin, aber in devverschiedensten Richtungen; die einen senken sich, die andern krieche?aufwärts. Einige weichen einander aus; andre verbinden sich eil,fertig. Sie scheinen beseelt zu seyn, und Verabredungen zu treffen,um den Aufruhr der Natur zu erregen. Es reißen sich bald vom R igi,und bald , drüben vom Pilatus, einzelne tiefergehende düster«Wölkchen los, und ziehen nordwärts; oder es kommen deren vooNorden her, vom Jura und Schwarzwald,wie abgesandte Boten,gegen das Hochgebirg der Alpen. Wer weiß von ihren Verrich-tungen ? — Mehr denn einmahl belauscht' ich das Zusammentreffender Zugwölkchen aus verschiednen Gegenden. Ich bemerkte einige-mahl, daß eine kleine Wolke, dem Rigi zu, daherscgelte; dann inseiner Nähe über dem finstern Spiegel des Luzernersees stillstand,bis ein Nebelgebilde aus irgend einer Schlucht des Berges hervor-schlich und dem Ankömmling entgegen schwamm. Wie beide sichgegenseitig näherten, verwandelten sie ihre Gestalten. Bald strecktenbeide einander lange Nebelstreifen entgegen, die sie aus sich Her-vorspannen; bald bot nur eine der Wolken ihren bleichen, dunstigenArm dar, und zog ihn, bei unerwiedertem Gruße, seitwärts ge-krümmt zurück. Offenbar treiben, im Gewände der Wolken ver-borgen, electrische Kräfte ihr räthselhaftes Spiel, bis sie, alsdonnernde Flammenstrahlen, aus ihnen hervorstürzen.
Ein prachtvolles, wenn auch Grausen erregendes Gewitter er-fuhr ich, da ich vom Ufer des Waldstättersees bei Wäggis (33. Juny1834) den Rigi hinanstieg. Beim reinsten blauen Himmel war dienachmittägliche Wanderung begonnen. Um die Kuppe des Pilatusstatterten lichthelle Wölkchen. Südwestlich trübte sich allmähligder Himmel; je höher ich stieg, je weiter rückte die düstre Be-deckung dem Rigi, wie eine wandernde Mauer, zu. Als ich mich