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1 (1836)
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Die nämlichen Grundstücke, auf welchen Mn vor dreisffg Men-schenaltern die bescheidenen Geschlechter des Dorfs, die Bürgi,Eikorn, Bifer, Amen, Ospenthal "gehauset und gehofet"hatten, wurden noch im Jahr 4806 von deren Nachkommen gleichesNamens ungeschmälert besessen und angebaut. Ein Sohn folgteimmer dem andern der Reihe nach, als Erbe und Erblasser dernämlichen Heimath, und wußte seinen Kindern von Vätern zu er-zählen , die vor fünf und sechs Menschenalter auf derselben Stättegeboren und gestorben waren. Die Sitte des Alterthums blieb dieSitte der neuesten Zeit. Zieger, mit Salz und Kümmel gemengt,hart gepresst, auch geräuchert, galt ehemals, und am letzten Tagnoch, als alltägliche Kost. Brod- und Fleischspeisen waren seltneUeppigkeit; dürres Obst, Gemüse und Milchspeisen gehörten zurbessern Nahrung. Es ist aufgezeichnet worden, daß MelchiorB ü r g i zu Goldau, bei einer amtlichen Rechnuugsablage im Jahr1690, den in seinem Hause versammelten Rathsherren einenSchmauß gab. Da wurdegebläheter" (oder verdickter, dann zu-sammengepreßter, dann über Kohlcnglut gebratener) Zieger^) inFülle genossen und Brod dazu gegessen. > Das Ehrenmahl kosteteeinen ganzen Gulden!

Einfach, wie die Kost, war die Kleidung. Das Gewand desReichen, wie des Armen, bestand aus gleichem Stoff mit gleichemSchnitt. Nur au Festtagen erschienen Feierkleider, doch ohne Kost-barkeit, gewöhnlich aus selbstverfertigtem Zeuge. Im vorigen Jahr-hundert wohnten auf der Harmettlen, einem Hofe bei Goldau,die zwei schönsten und reichsten Mädchen der Gegend, die Töchtereines hablichen Bürgi. Aber beide hatten doch nur einen unddenselben festlichen Putz mit einander gemein. Ging die eine derSchwestern Sonntags in den Flecken Arth zur Kirche, erwartet?die andere die Rückkunft derselben, um dann in der nämlichenKleidung die Kirche zu besuchen und die Au^en der Bewunderer aufsich zu ziehen. Nachts schlief man nackt, ohne Hemd, im Bette,wie darin die alten Könige und Königinnen noch in alten Holz-schnitten zu schauen sind; eine Sitte, die aber unter den Landleutenvieler Schweizergegenden noch immer in Uebung ist. Von solcherHäuslichkeit und einfachen Lebensart hat mau wohl nur in wenigen

5) Zieger ist der käsige Niederscklag, der, vermittelst einerSäure, aus dem dünnen, milchigen Wasser (Sirbe, Siedele genannt)noch abgeschieden werden kann, was von der gewonuenen und davongenommenen Milch noch übrig bleibt.