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Ländern Europens Vorstellungen; aber auch nicht von der Harm»losen Redlichkeit und Treue der Denkart, die daneben herrschte«

Bridel hat uns davon, im Jahr 1 783, einen Zug aufbewahrt,der zu schön ist, als daß er hier nicht wieder erzählt werden sollte.

Zween Nachbaren hegten mit einander wegen eines Stück Matt-landes Streit. Jeder glaubte sein Eigenthumsrecht mit guten Grün-den geborgen. Die Sache sollte zur Entscheidung vor das offeneLandgericht zu Schwytz gebracht werden. Franz ging zu seinemNachbar, und meinte, sie wollten in Gesellschaft mit einander vonGoldau dahin wandern; Nachbar Kaspar schützte Unmöglichkeitvor, weil er sein Heu von den Wiesen einbringen müsse, ehe sichdas Wetter verschlimmere. Nach manchem Hin- und Herreden sagteKaspar: "Nun denn, so kannst du ja allein nach Schwytz gehen,untr dem Nichter deine und meine Gründe sagen.»Auch das!»erwiederte Franz: »Ich werde die Sache für dich besorgen, wie fürmich.» Franz ging. Als er zurückkam, war sein Erstes, den Nach-bar zu besuchen, und ihm mit freudiger Miene zu verkünden: »Ichwünsche dir Glück, Kaspar, du hast den Handel gewonnen und dieWiese gehört dir!»

So oft ich ehemals durch die freundlichen Gegenden von Goldauwandelte, und es geschah während meines amtlichen Aufenthalts inden Urkantouen nicht selten, befremdete mich der Anblick zahllosermit Moos und Kräutern, oder Tannen bewachsenen Felsblöcke inder Umgebung des Dorfs. Es war ein wirkliches Labyrinth zwischendiesen Felstrümmern. Es zweifelte Niemand, daß hier vor undenk-lichen Zeiten schon ein Bergsturz gewesen seyn müsse. Vielleicht rißsich damals eine Masse di^s hohen Gnyppenstocks los. Man hatauch Erinnerungen von spätern Ueberschüttungen dieser Gegend.Eine Urkunde spricht noch von einem Dorf in Rotten, das nichtmehr vorhanden ist; statt dessen finden wir da Grundstücke, derenName »Brechen» auf einen Abbruch vom Felsen deutet: »All-mendbrechen, Hublisbrechen» n. s. w. Im Jahr 17! 2 drohte einevon der Höhe niedertobende Stein-Lauiue große Gefahr in derGegend vom benachbarten Arth. In derselben Gegend wiederholtesich dasselbe Schauspiel vom Berge herabrollender Felsen, Tannenund Erdhaufen im Juli 1795,.

Ueberhaupt sind die furchtbaren Erscheinungen der Bergfälle,wenn in Verwitterung zerrissene Felsmassen stürzen, oder »Erd-schlipfe», wenn Grund und Boden steiler Halden, mit Fels unÄWald, gegen die Tiefe niederglcitet, keiner Gegend des Hochgebirgsfremd. Wer mögte sie alle aufzeichnen? Nur die verheerendsten