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wie überall in den Hirtenthälern, trugen doch den Charakter deSBequemlichen und, wie die Schweizer sagen,Heimeligen" (Hei-mathlichen), weil man sie nicht ohne ein Gefühl ansehen kann, essey da drinnen behaglich. Nur das niedrige Erdgeschoß, für Keller,oder Bewahrung allerleiGerumpels" ist von Mauerwerk aufge-führt; das klebrige des Gebäudes, eins und zwei Stockwerke hoch,bis zum Dache, von Holz. Zahlreiche Fenster, mit kleinen rundenScheiben, geben den Zimmern und Kammern drinnen genügsamesLicht; und das vertäfelte Holzwerk gewährt im Winter größereWärme, im Sommer größere Kühle, als das dickste Gemäuer.Vordächlein draußen über die Reihen der Fenster dienen den Ge-mächern, statt Sonnenschirmes. Der Sammelplatz der Familie, dieWohnstube, pflegt das größte Gemach des Hauses, dennoch aberdurch den weiten und breiten aufgemauerten Ofen oft über Gebühr,verkleinert zu seyn. Solch ein Riesen-Ofen dient der Hausmutterauch zum Backen des Brodes, zum Dörren ihres Obstes und demHerrn und Knecht am kalten Wintertage, sich auf die erwärmteOberfläche ausgestreckt hin zu lagern. Ein kleines Weihwasser-Gefäßneben der Thür, ein Kruzifix, ein Marienbild in der Zimmerecke,ein schwerer, hölzerner Tisch, nebst einigen Bänken und Schränken,bilden gewöhnlich die gesammte Verzierung und Geräthschaft desZimmers.

Die zerstreuten Häuser und Höfe von Nöthen und Bu-singen, welche mit Goldau zugleich untergingen, gehörten, wiedieses, zur Pfarrei des Fleckens Arth, am Zugersee. Das ganzeThalgelände bis Lowerz, das sich am Fuß des Rigi in seinemeignen See spiegelt, war zwar von Alters her zum LändchenSchwytz gezählt, aber im zehnten Jahrhundert, durch frommerHerrn Hand dem Gottesbaus Murbach im Elsaß, nicht minderden Grafen von Lenzburg im Aargau, zins- und gaben-pflichtig,übrigens aber unter Kaisers und Reiches Schirm. König Albrecht,dem, zur Bereicherung seines Hauses, auch das Geringe nicht zugering schien, brachte nachher die Rechte und Steuern des armenThals mit Gewalt an sich. Sie bestanden in wenigen Geldzinsenund gerichtlichen Bussen, einigen Maltern Getraide, in Fischen,Lämmern, Käsen, Butter u. s. w. Um 300 Mark Silbers ZüricherGewicht kaufte sich im I. 4353 das Thal endlich von Allem los.

Gern mögt' ich die tausendjährige Lebensgeschichte des unglück-seligen Dörfleins und der benachbarten Höfe erzählen. Aber sie istso einfach und einförmig, wie die Sitten seiner gutmüthigen Be-wohner vor Jahrhunderten und noch am Tage des Unterganges waren.