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Fahrstraße, zum Verkehr Deutschlands mit dem Mittelmeer, überden Bernhardin anlegten, verlor sich das Leben des Gotthards-passes. Denn auf dem übel gepflasterten Wege desselben, nur 10bis 14 Schuh breit, konnte kein Wagen gehen. Die Waaren, istFässern und Ballen verpackt, wurden von Pferden getragen, denen,mit hölzernen Satteln bedeckt, man sie auf beiden Seiten an-hing. Ein Pferd trug aber nicht mehr, als 3 Centner; diese Lasthieß ein Saum. Davon nannte man die PferdeSaumrosse";ihre Eigenthümer, die deren gewöhnlich 613 hielten,Säumer."

Indem der Waarenverkehr über die Alpen links und rechtsandere Richtungen nahm, verlor ein großer Theil der Bevölkerung,d. i. eine Menge von Arbeitern, Wirthen, Schiffern, Säumern,Handwerkern und Landwirthen, die Mittel ihrer Erhaltung. Ja,manche Ortschaften und Dörfer, die, fast ohne Land, in denhohen, engen Felsenschlünden des Gebirgs sich angeniftet hatten,und ohne den starken Waarendurchgang nie ihr Daseyn empfangenhaben würden, sahen sich in Gefahr es wieder mit ihm zu ver-lieren. So blieb keine Rettung, als es eben den nebenbuhlerischenNachbaren gleich zu thun, und vereint mit dem Kanton Tessin,den Gotthard fahrbar zu machen. Gegenwärtig ist er es; dieStraße überall 36 Fuß breit, mit nicht stärkerm Fall als von3 Schuh auf Hundert. Sieben große und vier kleinere Brückenführen über die Abgründe mit sichern, kühnen Wölbungen.

Die erste der Brücken schwingt sich in zwei Bogen beimDörflein Amstäg, am Fuß der hohen Windgelle über die Reuß,wo sich der wilde Kerftelenbach des Maderaner-Thals in denStrom vom Gotthard stürzt. Der Blick durch die erhabenen, stei-nernen Bogen, thalabwärts, gewährt ein wunderbar liebliches Bildder Landschaft; in der Nähe die hölzernen Häuser des Dörfchens,deren es kaum viele über 36 zählt; rechts die beinah 9666 FußHohe Windgelle; links die neue Fahrstraße über den Gotthard.

Vormahls, noch vor dem Jahre 1831, that hier eine offene.Hölzerne Brücke Genüge, welche im Jahr 1799 Zeuge eines blu-tigen Treffens zwischen Franzosen und Oefterreichern gewesen war,Hie um den Besitz derselben stritten. Ich sah, wenige Tage nachHem Kampfe, die Brücke noch mit dem Blute der gefallenenKrieger befleckt, als ich auf ihr mich mit dem General Loisonerging. Dieser französische Feldherr erzählte mir damals Einzeln-Heiten von dem Treffen an dieser Brücke und wodurch es veran-laßt'Horden war, die mir wunderlich genug schienen.

Die Generale Lecourbe und Gudin waren nämlich, bald