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bauten, in christlicher Frömmigkeit, ihren Helden und VaterlandS-rettern Kapellen. Hieher stellen noch heute Urner und Schwyzerjährlich feierliche Betfahrt an.
Man weiß vom Leben und Tode des berühmten Hirten undJägers wenig; aber von beiden das Schönste. Er legte zur Erlo-sung seines gedrückten Volkes die erste Hand an; und er starb»sieben und vierzig Jahr nach dieser That (im Jahr 1354), als eksich, ein hochbetagter Greis, um ein Kind aus den Fluthen desSchächenbachs zu retten, in die Wellen desselben stürzte. WederLeben noch Tod konnt' er mit glänzenderm Tugendmuth bezeichnen.
Man verweilt gerne bei dieser Kapelle. In die großen Erin-nerungen, welche sie weckt, mischt die landschaftliche Umgebungihren mächtigen Zauber. Alles ist Ehrfurcht erregend, Lieblichkeitund Demuth. Das Thal krümmt sich von da sechs Stunden langaufwärts, links von den Felsgipfeln der Roßstöcke und desKinzig umschlossen, rechts von den Kulmen und Zinken der Kla-ride n, des Tismar, Schneehorns, der Ruchi und hohenWindgell e. In der Tiefe brauset der Schächenftrom, welcheroftmals mit furchtbarer Gewalt anschwillt und Bergschutt und Fels-blöcke hinwegwogt, wenn der Schnee des Hochgebirgs plötzlichschmilzt.
Die Künstler zeichnen den Wilhelm Tell gewöhnlich als einenkräftigen und schönen Mann; wahrscheinlich mit dem größten Recht.Denn dies Thal beherbergt von Uri den schönsten Menschenschlag;blühende, zuweilen herkulische Jünglingsgestalten; Jungfrauen vonjunonischem Wuchs und den reinsten Farben des Gesichts. ImReußthal begegnet man hingegen mehr hagern, bleichen, unansehn-lichen Gestalten; sei es, daß die auszehrende Kraft des Fön's oderdie Armuth vieler Leute, oder die minder einfache, minder mäßigeLebensart derselben, längs der Gotthardsstraße mit deren Wirths-häusern) nachtheilig einwirkt.
Die That des Tellen für sein Vaterland wird oft sehr falschverstanden. Er war kein Stifter der Freiheit seines Volks, sondernnur Retter und Wiederhersteller derselben. Jahrhunderte vor ihmgenoß die Bevölkerung dieser Hochgebirgsgegenden, was sie nachihm genoß, und damals nur von unverständigen, gewaltsherrischenVögten bedroht war.
Die ersten Anfassen in diesen rauhen Thälern, noch von Nie-manden gekannt und genannt, wohnten in den weiten Einödenzerstreut, Jagd und Viehzucht treibend. Denn andere Mittel botihnen die Natur des Landes zu ihrer Selbsterhaltung nicht dar.