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Anführung des Generals Auffenberg, am 49 Oktober 1798,ausdem Vorarlberger Lande, durch den Engpaß des Luzienfteiges, nachBünden gezogen.
Als, vier Monate spater, Frankreich und Oesterreich den Kriegvon neuem eröffneten, und Auffenbergs Truppen von den französi-schen Feldherren aus Bünden vertrieben wurden, besetzten diese dasHochland, vom Fuß des Gotthard und Crispalt bis zu den GrämenDeutschlands.
Das Volk der rauhen Bergthäler sah mit Entsetzen und stolzemGrimm die kriegerischen Fremdlinge in seinen Hütten. Unbekanntmit deren Sprache, Sitte, Kriegskunst und Macht, schien es einLeichtes, dieselben wieder zu vertreiben. Man gedachte nur derTapferkeit und Freiheitsliebe der Altvordern. Todesfurcht kannteKeiner. Mühsam hielt man die Wuth der Bergbewohner zurück, bisvon Seiten der österreichischen Heerhaufen ein allgemeiner Angriffgegen die Franzosen erfolgen würde.
St. Julien, Oberst des österreichischen Regiments Neuge-bauer, ließ endlich seine Vertrauten in Bünden benachrichtigen, derAngriff werde am 1 May 1799 gethan werden. Er selber leitetewirklich denselben am genannten Tage, von Balzers gegen den St.Luziensteig; wurde aber zurückgeschlagen. Zu spät vernahm man inden Winkeln des Gebirgs sein Unglück. Dort war schon zum Auf-bruch, vom Lukmainer, Sirmadaun und Crispalt her, der Land-sturm mit Ungeduld gerüstet.
JnCiamut, dem letzten und höchsten Dörflein des Tawet-scherthals gegen Uri, trat zuerst die Mannschaft hervor, buntbe-waffnet; Kreuz und Fahne voran. Wie ein Waldstrom riß sie, vonDorf zu Dorf, Alles mit sich, was eine Waffe führen konnte. Sogelangte sie nach Sedrun, dem Hauptort des wilden Hochthals,welches mit seinen Viehweiden, Flachsfeldern und kleinen Haber-und Gemüse-Aeckern noch fünftehalb tausend Fuß über dem Mit-telmeer erhaben liegt.
Hier befand sich, als äußerster Posten auf dem Gebirg, einfranzösijcher Offizier mit einer kleinen Abtheilung seiner Compagnie.Die letztere lag, zwei Stunden davon entfernt, in Disentis. Ersaßsorglos mit den Seinen am Mittagsmahl, als plötzlich das Hausumringt und er von der bewaffneten Menge aufgefordert ward, sichgefangen zu geben. Widerstand ward unmöglich und nicht versucht.Die übermannten Krieger gaben ihre Waffen ab und wurden gegenDisentis mitgeführt, wohin der lärmende Zug ging. Ihres Lebensward geschont, indem man noch glücklich genug die Mordlust einzelner