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und hm, und die Uebrigen, welche des Vergnügens oder der Wis-senschaft willen die Schweiz besuchen, wollen nur das von FrühernGepriesene sehn; in kurzer Frist möglichst Vieles; und dabei nichtjene Genüsse und Bequemlichkeiten vermissen, an die sie gewöhntsind, welche die Industrie der Gasthöfe überall in der Schweiz,selbst in abgelegnen Erdwinkeln > gewährt.
Bünden ist aber gegenwärtig von mehreren prächtigen Land-straßen in verschiedenen Richtungen durchschnitten; einige derselbengelten als Meisterwerke der Kunst. Aus den Ebenen von Maien-feld und Chur, von Deutschland und der Schweiz her, geht eineHauptstraße durch das romantische Dombeschg, über die schauerlich-schöne Via mala, und die folgenden Hochthäler, bis zur Nachbar-schaft der Gletscher, denen der Hinterrhein entquillt; dort spaltetsie sich in eine Fahrstraße über den berühmten Splügnerbergnach Chiavenna, und in eine noch bequemere über den Bern-hardin zum Lago maggiore. Auf der Höhe des letztern 6580Fuß erhaben, quillt ein Sauerbrunnen. Die Behaglichkeiten derGasthöfe mangeln nirgends mehr längs dem Wege. Selbst überden Julier in's hohe Engadin schlängest sich eine mildanstei-gende, geräumige Fahrstraße.
Jedes dieser Werke, deren Sicherheit und Kühnheit nebenWasserfällen, Abgründen und Lauinen die Seele des Wandrersmit Erstaunen füllt, bricht der Aufklärung, dem Kunstfleiß undWohlstand eben so viele neue Bahnen zu Völkerschaften, welche,seit Jahrhunderten, abgeschieden von der Welt, die Fortschritteder Zeitalter nicht kannten und selbst von der Freiheit nicht jenegoldnen Früchte erndteten, die sie andern Nationen spendete.
Der Mehrtheil des Volks lebt indessen freilich noch zwischenden Schätzen seines Vaterlandes, die er nicht sieht, in Dürftig-keit; aber in der Gewohnheit derselben zufrieden. Unwissend undabergläubig tritt der Sohn der Hochaspen in die Fußtapfen seinerVäter, vor jeder Neuerung scheu. Nicht einmal die gemeinstenHandwerke werden für ihn hinreichend getrieben. Man kauft vonumherstreichenden Schweizern, Italienern und Deutschen, wasetwa für Haus und Familie unentbehrlich seyn mag. Hier fehltnoch meistens jene Sauberkeit der Wohnungen und Kleider, diekm größten Theil der Schweiz so gefällig anspricht. Diese Selbst-vernachläßigung des Aeußern, diese Unreinlichkeit der Gebäudeund Wohnzimmer, dieser Mangel der Ordnung und des Geschmacksist aber nicht immer die Wirkung der Noth und Armuth, sondernjener trägen Gleichgültigkeit gegen das Anständige und Schöne,