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1 (1836)
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die romanische Zunge herrscht, in deren rauhen Klangen und Wör-tern auffallende Verwandtschaft mit der Sprache des pyrenäischenBasken hervorsticht, tritt man in ein Hochthal allemannischerAnsiedler. Aber deren alterthümliches Deutsch mahnt an die Zeit-alter der Minnesänger. Jede jener Sprachen spaltet sich, nachden Thälern, wieder in besondere, oft stark abweichende Mund-arten. Doch beginnt sehr allmählig die deutsche Zunge allgemeinerzu werden; in vielen Ortschaften ist sie gebräuchlich, wo noch Nmen vieler Dinge romanisch geblieben sind.

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Von allen Ländern der Schweiz ist, nach dem Wenigen schon,was hier ein flüchtiger Wink angedeutet hat, vielleicht keins derAufmerksamkeit und Wißbegier, oder auch nur Neugier des Rei-senden, würdiger, als daS Bündnerland. Für den Staatsmannbreitet es eine bunte Mufterkarte republikanischer Verfassungen undGesetzgebungen aus; für den Sprachforscher und Liebhaber des Al-terthums einen Schatz von unversehrten Ueberbleibseln verschwund-ner Nationen und ausgestorbner Redeweisen. Der Geognost undBergmann wandelt da im Gebilde des Urgebirgs neuen Entdeckun-gen entgegen; die Berge verschließen Gänge edler und unedlerErze, davon die Wenigsten angebaut sind; kein Kanton, ausserdem von Bern, umfaßt so viele und verschiedene Heilquellen undGesundheitsbrunnen. Dem Botaniker blüht in den wenig durch-forschten Hochalpen eine seltne Flora ; der Forstmann tritt in Wäl-der, die er nur dem Namen nach kennt und sieht sich von Gesträu-chen umgeben, welche allenfalls noch am Polarkreis grünen.

Aber keine Schweizer-Gegend war bisher weniger gekannt undbesucht, als die rhätische Gebirgswelt mit ihren Wundern undSeltenheiten. Und doch verketten hier tausendjährige Verbindungs-straßen Italien mit dem Norden. Schon jene zwei räthselhaftenSäulen auf dem höchsten Punkte der Straße, welche über denJuli er-Berg führt, 7,260 Fuß über dem Meere, deuten aufeinen Verkehr der Menschen in Tagen, die aller Geschichtskundeentzogen bleiben. Es wohnt in diesen Hochthälern ein gutmüthiges,gastfreundliches Volk, an Freiheitsliebe, Biedersinn und Tapfer-keit keinem andern der Eidgenossenschaft weichend. Der Großtheilder Reisenden, welche durch Graubünden gehn, eilt aber nur aufgewohnten Poststraßen den Geschäften nach, über die Alpen her