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1 (1836)
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Rhätien oder Graubüiiden.

was die gesammte Schweiz in ihrem Umfang Schönes, »derSchreckliches, an Wundern der Natur, oder Seltsames an Schick-salen und Sitten der Völkerschaften zeigt, das steht wieder ineinem einzigen ihrer Kantone mit den schrofsten Gegensätzen zu-sammengedrängt. Auf einem Flächenraum von kaum anderthalbhundert Geviertmeilen erblickt man, wie nirgends, ein verworre-nes Labyrinth der Thäler, von den höchsten Bergen eingezäunt.Schon Dietrich von Verona, der große Gothenkönig, hieß diesLand ein Netz (rstin) , aus Gebirgen gestrickt

Ich rede vom Freistaat der drei Bünde im hohen Rhä-tien, oder dem eidgenössischen Kantone Graubünden. Er hat,wie wenige Länder unsers Welttheils, seine eigne Geschichte; eineGeschichte von beinah drittehalb tausend Jahren, reich an ausser-ordentlichen Ereignissen, gewaltsamen Verwirrungen und großar-tigen Thaten, wie man allein nur in Republiken zu finden ge-wohnt ist.

Hier ist, mögte ich sagen, eine eigne Schweiz in der Schweizsey es in Rücksicht der in einander verschlungenen Alpenverkettun-gen oder der mannigfaltigen Völkerschaften, die Thal um Thcü,mit einander weder Herkunft, noch Sprache, noch Glauben, nochGesittungsstand gemein haben.

Die Berge strecken sich meistens jäh und kühn, in wildemFormenwurf, vom Thalboden in die höchsten Lüfte. Ihre äußer-sten Gipfel glänzen unter ewigem Schnee, mehr denn 11,090 Fußüber dem Spiegel des Meeres. In den Schluchten und Zwischew-räumen der Urfelspyramiden dehnen sich droben Schneefclder ünvEiswuften aus. Man zählt da 241 Gletscher. Nur scheue Gem-sen ziehen darüber; einsame Bären, Wölfe und Murmelthiere