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Diese Andeutungen können zum Theil das Gewirr der ver-schiedensten Sprachen, Sitten, Trachten, Bauarten u. s. w., derschweizerischen Völkerschaften erklären. Das Gepräge ihrer Ab-stammung und des Alterthums hat sich aber am reinsten in jenenabgelegenen Thälern der höchsten Gebirge bewahrt. Dort, in derNachbarschaft unvergänglicher Schneewüsten, wohnt der Mensch,im Schatten seiner Felsen und Tannenwälder, an Abgründen undstürzenden Strömen, einfach, roh und gutmüthig, kenntnißlosund unbeholfen, gleich denen, die da vor Jahrhunderten saßen.Er weiß nicht von den nützlichen Verbesserungen der Wirthschaft,nicht von den Lebensbequemlichkeiten, welche den Bewohnern mil-derer Gegenden Vortheil, oder Vergnügen, schaffen. Selbst dieGeräthschaft seines Hauses und Feldes ist noch so kunstlos undschwerfällig, wie am ersten Tage ihrer Erfindung.
Im schroffen Gegensatz stehen dazu die Gelände, welche sichvom Jura hinweg, wellenförmig, Hügel an Hügel, Berge anBerge, zum Alpengebirge hinanstufen. Sie sind mit hoher Sorg-falt gebaut, und, zur Belebung geselligen Verkehrs, mit einemNetz zahlreicher Landstraßen überspannen. Hier regt sich Gewerbs-steiß nebenbuhlerisch gegen den brittischen, und Wetteifer mitDeutschland und Frankreich in Pflege und Erhebung von Wissen-schaft und Kunst. Hier führen kleine Städte berühmtere Namen,als viele der größern in andern Reichen des Welttheils. Dierauhe Sprödigkeit herkömmlicher Lebensweise ist durch Anmuthspäterer Sitten gemildert. Doch schimmert gern noch der ehrwür-dige Rost alter Zeit durch den glänzenden Firniß der neuen.
Das Kleinbild der Schweiz und ihrer innern Mannigfaltigkelte?zu vollenden, darf auch ihre politische Gestaltung nicltganz übersehen werden. Ein Volk von zwei Millionen Seele?lebt in 32 unabhängigen Staaten, von ungleicher Größe, getrenn?Sie wurden bisher durch nichts, als einen lockern und zweideu-tigen Vertrag zusammengehalten. Hier kennt man keine gemein-same Bundesregierung, sondern unter dem Namen „Vorort" führteine der Regierungen, von Bern oder Zürich oder Luzern, zwei-jährigwechselnd, in allgemeinen Angelegenheiten den diplomatischenBriefverkehr mit dem Auslande und den höchsten Behörden derKantone. Erst was die meisten von diesen letztern bewilligen,