Erstes Kapitel.
Von der elliptischen Bewegung der Planelen.
§. 39.
Nachdem wir uns im vorigen Abschnitte mit den Grund-lehren der Dynamik so weit, als es vor der Iland nöthigschien, bekannt gemacht haben, gehen wir jetzt zu demIlauptgegenstande unserer Untersuchungen, zu der Anwen-dung jener Lehren auf die Bewegung der Himmelskörper,über. Die Gesetze, nach denen sich diese Bewegungen rich-ten, sind, wenn wir einstweilen kleine dabei vorkommendeAnomalieen unberücksichtigt lassen, sehr einfach und überalldie nämlichen, was darauf hindeutet, dass auch die bei die-sen Bewegungen thätigen Kräfte ein ganz einfaches undüberall auf gleiche Weise statt findendes Gesetz befolgenwerden. Die Entwickelung dieses Gesetzes und seiner näch-sten Folgen ist der Zweck des gegenwärtigen Abschnittes.
Betrachten wir deshalb zuerst die Bewegungen der Pla-neten um die Sonne. Durch Beobachtungen und daraufgestützte Rechnungen hat KEPLER (geb. 1571, gest. 1630)gefunden:
1) dass jeder Planet eine Ellipse beschreibt,in deren einem Brennpunkte sich die Sonne be-findet;
2) dass jeder Planet in seiner Ellipse derge-stalt fortgeht, dass die von der Sonne bis zu ihmzu ziehende Gerade der Zeit proportionale Flä-chen überstreicht, und
3) dass die Quadrate der Umlaufszeiten jezweier Planeten sich wie die Würfel ihrer milt-lern Entfernungen von der Sonne verhalten.
Moebius, Mecli. d. Himm. 5