Druckschrift 
1 (1811)
Entstehung
Seite
248
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man bald in der Schweiz gewohnt wird, sehr ver-schiedene Urtheile über denselben Menschen zu hö-ren , je nachdem er zu der Volksyarthie oder zu deraristokratischen gehört hat, und die Beurtheilerdieser oder jener geneigt gewesen sind so findet mansie doch über leinen mehr getheilt, als gerade überHerrn Fem -ber.g. Dieses war mir unbegreiflich,denn ein guter Ackerwirth zu seyn, ist eine so harm-lose Beschäftigung, das; sich bei ihr leicht mit derganzen Welt im Frieden leben läßt, da jedes Ge-lingen schöner Saaten selbst bei gemeinen Men-schen eher Freude als Neid erregt. Und so unbe-greiflicher war mir dieses, da alle durin übereinkamen, daß Herr Fellenberg ein sehr kluger undein sehr feiner Mann sey, der die Mittel zu seinenZwecken sehr wohl zu wählen und zu berechnenWisse.

Zu manchem, was Herr Fcllenbcrg gethan hat,hat das Publikum vielleicht eine gewisse Ostentation,einen Wunsch von sich reden zu machen, zu sehengemeint, und ich habe oft bemerkt, daß wenn dieWelt dieses einmal unglücklicher Weise von jeman-den glaubt, sie eine eigene Schadenfreude daran