— 5>Z —
Auffälliger und unzweideutiger, als bei bloßen Formveränderun-grn der Km per, wird der chemischen Processen Elektricität er-regt, z.B. beim Aufgießen von verdünnter Schwefelsäure ans Eisen;ferner bei dem Akte der Verbrennung, wo der verbrennende Körper— 15 und die in der Flamme aufsteigenden Gase K- 15 annehmen;nach Becg ncrel selbst bei dem Vorgänge der Haarröhrchcnanzichnng,alö dem geringsten, durch Flächenanzichnng sich charakterisircndcnGrade von chemischer Verwandtschaft; und so sind fast alle Opera-tionen, durch die zwei mir einander in Conflikt gcrathcne Substan-zen in ihrer chemischen Beschaffenheit verändert werden, und wo durchAnziehung verschiedenartiger Stoffe neue Verbindungen entstehen, mitelektrischen Erscheinungen vergesellschaftet, indem alle Mal die zweiKörper, welche eine wechselseitige Verbindung mit einander eingehen,diese damit beginnen, daß sie entgegengesetzt elektrisch werden. B er-zclinS hat hierauf eine neue Theorie, die elektrochemische, ge-gründet; nach welcher alle chemischen Verwandtschaften nur Resultateelektrischer Kräfte sind, und nach der die sogenannten einfachen Grund-stoffe in gewissen Abstufungen elektrische Anziehung zu einander haben,so daß durch die Größe dcö elektrischen Gegensatzes zwischen ihnendie Stärke ihrer Affinität bestimmt wird. An dem äußersten Endeder negativen Seite steht hiernach der Sauerstoff, an dem der posi-tiven Seite daS Kalium (die Basen). BcrzcliuS, über die chemi-schen Wirkungen der Elektricität. Dresden, 1829. Nach dieserTheorie wird z. B. daö Freiwerden von Licht und Wärme, welchesmit dem VerbrennnngSproccß verknüpft ist, anö der schnellen elektri-schen Neutralisation der sich beim Verbrennen (Orydiren in derHitze) gegenseitig anziehenden Stoffe erklärt, welche vermöge ihrerheterogenen chemischen Natur sich wie positiv — und negativ —elektrisch zu einander verhalten; und cS ist hiernach das Feuereine elektrische Erscheinung, welche eben so entsteht, wie der Blitz oderder Funke bei dem Entladen einer elektrischen VcrstärknngSflaschc(H. 7. n. 13.). — Grundriß der Elcktro-Chcmie von LampadiuS,1817. — Elemente der Elektricität und Elektro-Chemie von G. I.Singer, anS dem Engl, von C. H. Müller, Breslau, 1819.
Die meisten und belehrendsten Versuche über ElektricitätS-Er-regung auf chemischem Wege sind von Bccqncrcl und Pfasf, be-sonders über die chemische Einwirkung von Flüssigkeiten ans Metalle,