Druckschrift 
Die preußische Preßgesetzgebung, ihre Vergangenheit und Zukunft
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Literarische Vo rb em crbung.

Um den Einfluß der Bücher-Cenfnr auf Wissenschaft und öffentlichesLebe» näher zu bestimmen, wurde eine pragmatische Geschichte derselben vongroßem Nutzen sein. Daran fehlt es bis jetzt gänzlich, und auch die Ma-terialien dazu sind schwer zu gewinnen, weil die verneinende Wirksamkeit die-ses Instituts in der Regel der Ocffentlichkeit entzogen bleibt. Vom PabsteBenedict XlV. ist es bekannt, daß er, um der öffentlichen Meinung eineseinen Wünschen angemessene Richtung zu geben, den gelehrten KardinalQuirin! mit der Abfassung einer Geschichte der Bücher-Censur beauftragthatte: allein Quirtni starb, ohne der schwierigen Aufgabe genügt zu ha-ben. Jndeß stnd die Vorlhcile und Nachthcile der Bücher-Censur zu allenZeiten fleißig besprochen worden, und besonders in der zweiten Hälfte desvorigen Jahrhunderts sind darüber eine Reihe von Schriften erschienen, dienebst vielen älteren in den 1803—180» zn München erschienenen „Beiträgezur Geschichte und Lilcrcuur vom Freiherr» von Arclin" (l. Band, III.Stück S. 19 u. f. und VIl. Band S. 609) sich zusammengestellt finden. Auchdie 1793 bei Feind in Leipzig erschienenen „Materialien zu einer Geschichtedes Buchhandels" enthalten zahlreiche literarische Nachmessungen über die Bü-cher-Censur. Hiervon oder von der reiche» Literatur der letzten Jahre überdiesen Gegenstand Gebrauch zu machen, liegt außer dem Plane gegenwärti-ger Schrift, die sich auf Andeutungen über den Entwickelungsgang derPreußischen Preßgcsctzgcbung und auf leicht zugängliche Quellen zu be-schränken hat. Eine vollständige Geschichte der Preußischen Censur kannerst geschrieben werden, wenn die Censur selbst ihren culturgcschichtlichcnLauf vollendet hat, und die Veranlassungen und Beweggründe der darübergeltenden Gesetze, so wie die Art ihrer Abfassung der Geschichte angehören.