Beamte»-Stande und zu den Ständevcrsammlungen habe»,Sitz und Stimme gewähren soll. Andere halten sich an dieThatsachc, daß die Presse schon jetzt als mächtiges Organ derVolksintclligcnz einen großen, wenn auch unsichtbaren Einflußauf die öffentlichen Verhältnisse übt; sie verlangen, daß dieserEinfluß anerkannt, benutzt und zugleich gezügclt werde, indemdie Regierung durch Offenlegung ihrer Richtung und Erörte-rung ihrer Absichten an der Bewegung der Presse selbst thätigenAnthcil nimmt. Diese Ansprüche gehören der Mehrzahl wohl-meinender Doktrinäre an, an denen Preußen so reich ist. End-lich gicbt es noch Andere, welche die Berechtigung der Pressezu solcher Geltung leugnen, ihr überwiegend auflösende Ele-mente zuschreiben, ihr Wirken für unvereinbar mit dem gere-gelten Gange der Staatsverwaltung halten, und deshalb ihreFesselung und Nicderhaltung verlangen. Während die Erstendie Preußische Prcßfrage nach Französischem und EnglischemMuster erledigen wollen, .beabsichtigen die Letzten, uns jenerOesterrcichischcn Hingebung zuzuführen, die, wo sie herkömmlich,dem individuellen und persönlichen Glücke förderlich sein mag,der Physiognomie des Preußischen Volks aber nicht wohl ansteht.Zn allen diesen verschiedenen Ansprüchen giebt sich ein Verken-nen des bestehenden Rcchtszustandes, eine Unkcnntniß des De-tails der Gesetzgebung, und ein Mißverstehen der Bedingungenkund, an welche die Revision derselben geknüpft ist. Es kannhierin kein Vorwurf gefunden werden; denn es fehlt an allenbrauchbaren Hülssmittcln, um sich über den Zuhält der Prcu-
Druckschrift
Die preußische Preßgesetzgebung, ihre Vergangenheit und Zukunft
Seite
VI
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten