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aus, nachdem die 18 Pannerträger auf dem Lindeuhofe den Treueid geleistet.Es war eine lange Reihe, die an den Augen der zuschauenden Menge vor-überzog, und einer aus ihr, der herzoglich mailändische Gesandte in Zürich,Bernardinus Jmperialis, hat noch ani selben Tage seinem Herrn geschrieben,was er mit eigenen Augen gesehen. Am Ende des ganzen Zuges, dessenStärke sich auf 40(10 Mann belief, kamen drei berittene Trompeter, sie und dieTrompeten in den Farben der Stadt; dann der Hauptmann, Herr KonradSchwend, Ritter, wohlgerüstet und zu Pferde mit vielen wappengeschmücktenSachen, einem Kommandostabe und einem Blumenstrauß auf dem Helme (iloapitanoo inisssr Oonraclo Koovsncko oavallsro bsiis nrniato st a. oavaltnonm molti ooss inckarats cla arnio st nna maxo st nno /nritino cls tioriin tssta). Unter dem Blumenstrauß dürfen wir wohl die auch gerade ausseinen Siegeln bekannte Helmzierde, den Flug mit den zwei Rosen verstehen.^)(vgl. Abbildung 3.)
Nachdem im Innern der Stadt und gegen außen hin wieder Ruhe ein-getreten war, galt es neuerdings mannigfachen Ratsaufträgen nachzukommen,worüber die Ratsmannale wieder treffliche Auskunft geben.
Aber nicht nur zur Beilegung von Streitigkeiten, zur Regelung öffent-licher Angelegenheiten, als Hauptmann in Kriegsläufen u. s. w. wurde KonradSchwends wertvolle Hülfe in Anspruch genommen, wie bereits ein Ratsbeschlußvom Jahre 1486 zeigt, der für ihn ein ehrenvolles Zeugnis ablegt: „HerWaldman, her Escher, her Swennd sollen ordnen, ein kronick zu machen",
Öfters verlieh Konrad in seiner Eigenschaft als Bürgermeister namens derStadt Zürich Lehen, so am 23. Dezember 1489^) das von Junker Friedrichvon Hinwil zu Greisfeuberg aufgegebene Schloß Liebenberg, als Lehen meinerHerren, an Herrn Hans von Landenberg, Ritter, dessen Familie noch 1504Liebenberg besitzt, oder am 14. November 1493 die Vogtei Uitikon als Lehender städtischen Grafschaft Kiburg, dem Wilhelm Steinbach zu Kaiserstuhl alseinein Lehenstrager des Jakob Schwend von der jüngern Linie.
Über all dieser mannigfachen Thätigkeit aber versäumte es auch Konrad nicht,durch Käufe und Verkäufe, auch wo es ihm gut schien, durch Tausch seineBesitzungen zu erweitern und abzurunden.
Aus seinem an Arbeit so reichen Leben ist Ritter Konrad Schwend am15. Januar 1499 durch den Tod gerissen worden, noch bevor der Krieg
89) Anz. f. Schweiz. Gesch. 1899 x. 163—167.
9») Diese wohl von Waldmann in Anlehnung an die zwei Jnhrc vorher in Berndurch den dortigen Stadtschreibcr Diebold Schilling beendigte Chronik angeregte Arbeit,ist Herr Prof. Oechsli geneigt, für die Chronik des Fridli Blnntschli zn halten, die ihrer-seits identisch ist mir der Brcnnwaldschen Chronik, dem wichtigsten Geschichtswcrke Zürichsvor der Reformation. Anshelm hat diese Chronik vielfach benutzt.
9l) St.-Zl. Zürich, Gemächtsbücher B. VI 308 k»I. 252.