26
(er mag in den Burgunderkriegen zum Ritter geschlagen worden sein, da ervon 1478 an als solcher erscheint) einmal in persönlicher Gefahr. Es war am28. März 1489, als die vor den Rat gekommenen Boten vom See vollerZorn aus dem Rate gelaufen waren, und aus den Gasthäusern zum Sternen,Raben und Hirschen mitgenommen, was sie gekocht vorgefunden hatten. Unver-züglich wurden ihnen Konrad Schwend, Heinrich Escher, Meister Nitfurer undMeister Köchli nachgeschickt, um mit ihnen an der großen Volksversammlungvom folgenden Tag, Sonntag, den 29. März, zu Küsnach, zu verhandeln.„Da stund her Künrad Schwennd uff ein standenn uffenn, und rett man filmitt ein andren. Da meinttend ettlich under der gmeind, man söltt in überdie standen apenn werffenn", allein Schwend verlor seine Geistesgegenwartnicht, und „seit, was im min Herren bevolhen hattennd, zu der gmeind".^)
Konrad Schwend, der aus des bald hernach gefallenen Waldmann Nach-lasse für seinen Schwager, den Ritter Hans von Landenberg einen 12 Vs Lotschweren Becher um 12sts ssj gekauft hatte, wurde im Mai 1489 als Bürger-meister dem neuen Rate an die Spitze gestellt, und zu seinen Ehren wurdeam Nachmittage des Anffahrtstages, 28. Mai, auf dem Lindenhofe ein großesFestmahl veranstaltet.
Nach den Aufregungen des Frühjahrs 1489 brachte das Frühjahr 1490neuerdings Unruhe. Am 27. Januar wurde Herr Konrad Schwend, Ritter,Altbürgermeister, zum Hauptmann gegen die ungehorsamen St. Galler Gottes-hausleute erkoren. Bevor die Zürcher auszogen, veranstalteten sie eine feier-liche Prozession nach dem Großmünster; dann ging es nach dem Nathause,und unter Trommeln und Pfeifen wurde zum Zeichen, daß der Krieg beginne,das Panner aufgestellt. Drei Tage später, am 5. Februar, zogen die Zürcher
6?) St.-A. Zürich, Akten ^ 19, Kopie einer ans dem Anfang des 16. Jahrh. stam-menden Handschrift der sich über die Unruhen von 1489 und Waldmanns Sturz verbreiteten„Hönggcr Relation", aus dem Besitze des Grafen Hans Wilczek in Wien.
66) Wenn auch die Familie Schwend — außer Konrad noch Felix und Sucderns —neben den Göldli an der Spitze von Waldmanns Gegnern stand, so war doch Konrnd gleichWaldmann dem Pensioncmvcsen keineswegs abgeneigt, und stand gleich jenem, der ja vonMailand direkt bestochen wurde, ganz im mailändischcn Interesse. Der Herzog von Mai-land nennt ihn in einem Briefe an seinen Agenten Gabriele Moresino in Zürich, datiertPavia, 21. Juni 1487, „nosteo Oom-mio eis Auriobo", und meist jenen an, ihm ans seinenBrief keine besondere Antwortzn geben, Aber für seinen (Konrads) Neffen, der in Pavia studierte,Hütte er (der Herzog) das nötige Geld angeordnet, damit er die Doktorwürde erlangen könne(pvr km'Sö äootoem'k). Gr (Konrad) brauche sich dafür nicht zu bedanken, da er es gernegcthan Hütte, wegen der Ergebenheit, die er immer ihm und seinen Angelegenheiten erzeigtHütte (per I'atkootiovE obo ssmpi's Im ctsmonstimto vsrso noi et tntts Is ooso nostrs). Ausdem Staatsarchiv Mailand (Uotmmv sstors, 8vi2?sri 1486—1483) gütigst mitgeteilt vonHerrn Privatdozcnt De. Joh. Hüne. - Und 1495 ging das Gerücht, es sei ein mit Geldfür Bürgermeister Schwend beladener Esel nach Zürich gekommen. Das Geld Hütte derKönig von Frankreich geschickt (St.-A. Zürich, Akten Mailand -i. 211, 1).