Lieder.2.6. Die Mutter
an der Sterbe-Stätte ihres Sohnes.
-^ier in dieser Dir gcwcyhten Stille,Dir —> der lebend mir mein Alles war,den der Vorsicht ewig weiser Willemir so früh entriß — die Dich gebar. —
Hier, an dieser Deiner Sterbe-Statte,wo der Seraph Dir die Krone wand;
Hier, wo er bei Thrancn und GebeteDeine Seele von dem Staub entband. —
Ach! hier find' ich Wonne oft zu weilen,,und der Liebe Opfer Dir zu weihn,und im Geist zu Dir hinauf zu eilen,und mich Deiner Seeligkcit zu freun!
O! wie glücklich! Wer wie Du vollendet,und dem Thal der Sterblichkeit entging!Wer wie Du, den Pilger-Lauf vollendet,und so früh die Sieger-Krön empfing!
Ach! Du warst zu gut für dieses Leben!
Deine Seele — noch so nnschuldsvoll,eilte Gott zu sich empor zu heben,sie gefiel dem Ewigen zu wohl!
Wenn ich betend mich gen Himmel wende,wo mein thranend Auge nach Dir blickt,O Du guter Engel! — o dann findemir den Trost, den oft der Schmerz erstickt!
22.1