168 VI. Cap. Von der rechten Anwendung
gar dem Sinne der Schrift zuwider sind; aber, theils umnicht Aergernis zu geben, theilS anch, um einige gute Ge-müther, die sich derselben auS Einfalt und Gewohnheit,ihrem 5?erzen unbeschadet bedienen, nicht zustören, versage ich es mir, und wiederhole nur denGrundsatz, der zur Quelle der sichern und reinen Er-kenntnis aller geoffenbarten gbtttlichcn Wahrheiten hin-führt, nehmlich diesen: daß unser Glaube, unsere Er-kenntnis, und der Vortrag der Religionswahrheitcn,nur so weit evangelisch, rein, richtig, und mit Kraft,Frucht, Leben und Seegcns-Genuß fürs Herz begleitetist, als wir unmittelbar aus der Quelle des gbttlichenWorts schöpfen, und »ns überall treulich an dieselbehalten; Nach welcher Regel ein jeder seinen Glauben,seine Erkenntnis, Begriffe, Meinungen, Vorstellungen,von den Religionswahrheitcn untersuchen kann.
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Von allen dergleichen unbiblischen Vorstellungen,Meinungen und bildlichen Darstellungen, muß derVortrag gereinigt seyn, der für ein reines Zeugnisoes Evangelii gelten, und in der Kraft desselben.Fruchtbringend werden soll. Wem es nun darumallein zu thun ist, daß des Herrn Wort verkündigetwerde, und daß er nicht selbst predige, sondern JesuinChristum, 2 Cor, 4, 5. der wird sich auch m seinemVortrage an die Art der Vorstellung und Sprache, ge-wöhnen, welche der heilige Geist denen Propheten undAposteln, dictirct hat; er wird sich nie erlauben, ohnedie äußerste Roth, über irgend eine Wahrheit desGlaubens, mit andern Worten sich zu erklaren, als esdie Bibel thnt. Und, wer darjnn treu ist, und mitDavid den Herrn von Herzen bittet: Nimm ja nichtvon meinem Munde das Wort der Wahrheit, Psalm119, 33- dex kann sich bei jeoesmaliger Ablcgung des