148 V.Cap. Etwas über die NachfolgeJesu,
les seines Thuns mit uns stets mit Preis und Anbetungerfreuen sollten.
§. 20.
Und, o mein Herz! ist das nicht Untreue gegen den,der Dich so unaussprechlich gelicbet hat? und fortwährendliebt? Schäme Dich derselben! beuge Dich in tieferSchaam und Demutll vor Deinem Heiland, und ruhe beijeder dergleichen Untreue, womit Du sein göttliches Herzbetrübest, — ruhe nicht eher, bis Du im tiefen GefühlDeiner Unwürdigkcit seiner Treue und Geduld, Verge-bung erhalten hast, und durch die Freude am Herrn,Deinen Glauben, und Deine kindliche Hingabe an ihn,so gestärkt fühlest, daß Dir nun alles willkommen ist —>daß Du alles für lauter Liebe, Güte und Erbarmen vonIhm, und für Heil und Seeligkeit annimmst, was er nurirgend mit Dir, innerlich und äußerlich zu thnn für gutbefindet, während daß Du noch mit Ihm auf dem Wege zumvorgesteckten Ziele Deiner himmlischen Berufung wandelst.
Z. 21.
Dieser Sinn in der Nachfolge Jesu, erfordert täglicheund fortgesetzte Uebnng; täglich erneuerte Treue und Hin-gabc an ihn, und täglich erstellte neue Gnade, weilmir zu aller Zeit, und in allen Lagen und Umständen,Veranlassungen finden und haben müssen, die unsernGlauben üben, uno unser Vertrauen zum Herrn befesti-gen; dadurch giebt uns die Gnade Kraft, stark zu wer-den am inwendigen Menschen Eph. z, 16. Je crgebe-bener wir so nach Herz und Willen, an den Herrn werden,je leidender wir sind, und je stiller wir in derHof-nung aufde» Herrn in allen Dingen werden, desto stärkerwerden wir in Ihm. Esaia zo, 15. In diesem Sinn,sagt Paulus, wenn ich schwach bin, so bin ich stark,2 Cor. 12,10. und weiset seine Brüder auf eben diesenSinn hin, wenn er ihnen zuruft: Seyd stark in demHerrn. Eph. b, 10.