144 V- ^p. Etwas über
§. iz.
Grade so wie Naeman machen wir es nur alzu oft.Wir spannen unsere Erwartungen in der Leitung desHeilandes, nur zu leicht auf außerordentlicheDinge, besonders dann, wenn etwa unser Auge derErkenntnis schon einiger tiefern Blicke gcwürdr-get worden ist. Da sind wir denn wohl, nach demsiolzen Sinne unseres Herzens, der Meinung und Er-wartung fähig, daß der grade, simple und einfältigeGlanbensweg, auf dem der Heiland diesen oder jenenzum Ziel des Heils hinführet, für uns nicht schicklichgenug, und zu einfach sey! Man erwartet imBlick auf die Gnaden-Gaben und auf die Erfahrung,,deren uns der Herr vielleicht vor manchen andern unsrerNebenbrüder gewürdigt, auch gewisse Vorzüge inseinem Thun mit unS; anstatt, daß uns eben die-ses alles zur Erkenntnis unsrer Unwürdigkeit vor ihm,und zu desto tieferer Demuth hinleiten sollte, welchemacht, daß das arme Sünder-Herz sich an der GnadeJesu begnügt 2 Cor. 12, y. und sich auch der Er-barmung unwürdig achtet, womit er die allergeringsten,ärmsten und schwächsten unter der Heerde seiner erlose-ten Schäflein leitet, und nach der er auch den Mdrderam Creutz noch zu Gnaden annehmen konnte.
Z. 14.
Dieser Sinn ist eine Wurzel, die mancherlei bbsöFrüchte hervorbringt — die schlechterdings ans einemHerzen ausgerottet werden muß, welches bei ihm, undin seiner Leitung, wahre Nuhe der Seelen, und denvollen Genuß seines göttlichen Friedens sucht. Erstalsdann lassen wir uns alle seine Wege Wohlgefallen,die er uns so wohl überhaupt, als unter allen Um-ständen insbesondere, zu unserm Heile zeigt undleitet, und ersparen dem guten Jesu die Betrübnis,
und