142. V. Cap. Etwas über
neö sind, in der Verbindung mit Weltlichgesinnten le-ben, so will ich es als einen hohen Beruf ansehen,durch meinen Sinn, Leben und Wandel, einLicht unter ibnen — ein Zeuge der Gnadeund Kraft Jesu in mir zu seyn, und seinenNahmen zu bekennen und zu verherrlichen;Und diesen hohen heiligen Beruf, will ich mit Freudenerfüllen, auch wenn ich mich als ein abgesondertesgeringes, uubcmcrkbarcS Gräschen ans dem Felde be-trachten müßte, das auf niemanden harret, und keinesMenschen erwartet, Mich, z, 6. Vielmehr soll mir daStröstlich seyn, der unmittelbaren Pflege, Vorsorge undFührung des Heilandes gewürdiget zu werden.
§. li.
Ich mein«, wenn unser Herz so gestimmt ist, wenn«hin alles recht ist, was der Heiland mit uns thut,und wie er unS führt, so muß uns alles zum Beßren,zur Beförderung unsers Heils dienen, Rom. 8, 28-Und wir genüßen überall den ungestörten Frieden Got-tes in d'er Seele, welcher das Zeichen der Kindschaftdurch Jcsum ist. So lange wir noch zu sehr unfernBlick darauf richten, wie uns der Heiland im Ver-hältnis gegen andere leitet, und uns bei demUnterschiede seiner Wege mit uns gegen andere, wohlgar mißmüthig aufhalten, so werden wir nie zumvollen Genuß seines Friedens gelangen; denn nicht dar-auf kömmt es an, wie Er uns führet, sondern darauf,daß wir fest glauben, und dieses Glaubens uns kind-lich erfreuen, daß der Heiland einen jeden insbe-sondere auf den nächsten und beßtcn Wegenzum Ziel unserer himmlischen Berufung mit ewiger Weis-heit und Liebe, leitet.