Zustand des Menschen. 67
S. 32.
Wenn ich mir nun das ganze menschliche Geschlechtvorstelle, als eine vermischte Gesellschaft von Blinden,Kranken, Lahmen, von Bösewichten,, und des Verstan-des beraubten; so wundert es mich auch nicht mehr,wenn ihnen die Verbindung mit der Welt, ihr Ge-nuß und das ganze Wesen der Welt mit aller ihrerLust, Gewinn und Freude, überall zum Stein des An-siosseS und tiefern Falls, zur Vermehrung ihrer Krank-heit, zum Hindernisse auf dem Wege zur Errettung wird,da der „„bekehrte Mensch sie nur nach dem Sinn sei-nes verdorbenen und der Gnade GorreS widerstrebendenHerzens, nicht aber nach der Absicht Gottes braucht,wo sie ihm in seinem Elende noch zur Verminderungseines traurigen Auslandes, und zu Mitteln seiner Er-rettung dienen sollte; Wenn nun die Philosophen müh-sam beweisen wollen, daß diese Welt die bestesey, so finde ich die Beweise dieses Satzes alle unzu-länglich und falsch, und nur ans dem einen GestchtS-puncte bejahe ich, daß diese Welt die beste ist: weilsie nach ihrer physischen und politischen Verfassung,nach den Bedürfnissen einer so jämmerlichen Gesellschaftgenau eingerichtet ist, als ein Hospital für Kranke, alsein Zuchthans für Ungehorsame, als ein Arbeitshausfür Müssiggä..ger im Werk ihres ewigen Heils; undals eine Uebungsschule für die verlahmten Kräfte derSeele, womit wir das ewige Leben ergreifen sollen, alseinen Ort der Reinigung, Läuterung und BewährungDan. 12, 10. derer, die sich erretten lassen.
AuS diesem GestchtSpuncre betrachtet, findet dasbegnadigte Kind Gottes, die Natur und die Welt, bejaller ihrer Uuvollkvmmenheit, Gebrechlichkeit und Ver-gänglichkeit, doch so, daß alles, was Gott gemachthat, und wie er alles für die Menschen eingerichtethat, noch jetzt sehr gut ist. i Mos. i, zi. — so gut,
E 2