64 I.Cap. Ueber den natürlichen
„fehlen, weil wir widerspenstigen und trägen Herzens„sind, Deinem Wort zu glauben, Luc. 24, 25.
§. 2y.
Der Unglaube ist unser natürliches Hanptlasier, dieWurzel alles unserS Verderbens, Finsternis und Elends,und wir sind darum ungläubig, weil wir keine Liebezu Gott, keine Sehnsucht und Verlangen nach ihm, inunscrm Herzen habe»: denn wo Liebe ist, da ist auchVertrauen, und diese beide verbunden, sind das We-sen des Glaubens. Ist nun der Unglaube dieWurzel und der Grund unseres gesummten Elends, soist der Glaube an Gott nun auch der einige Weg znunserer Errettung und Begnadigung vor Gott, um Jesuwillen: denn ohne Glauben ist es unmöglich, Gott zngefallen, und zu Gott zu kommen, Ebr. r 1, 6. von demwir durch die Sünde so weit entfernt sind. Aber wirsind nicht allein ungläubig an Gott, sondern auch u n fä-ll ig, aus eigner Kruft, an Gott gläubig zu werden.Mitbin sind wir schlechtllin ohne Rettung unglücklich undverlohren, wenn wir nicht Je sinn Christum, als unfernHeiland und Erretter annehmen, als wozu ihn Gottuns geschenkt hat.
An diesen nun müssen wir gläubig werden! weil inkeinem andern Heil, und auch kein anderer Nähmedem Menschen gegeben ist, darum er scelig werden kann,als allein im Nahmen Jesu. Act. 4,12. Dieser Glaubeaber in dem Nahmen Jesu, ist nicht ein Werk unserereignen Kraft; sondern eS ist, wie der Heiland selbst sagt,Gottes Werk, daß wir glauben an den, den er gesen-det hat, Joh. 6, 29. welches Werk er durch seinen hei-ligen G'dist in uns anfangen, fortsetzen und vollendenmuß. Welche sich nun also von dem Geiste Gottesund Jesu Christi, ziehen und treiben lassen, und seinemWerke, in sich Raum geben, die allein werden und sindGottes Kinder, und gelangen durch den Geist, zur
Tbdtung