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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
Seite
62
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62. I. Cap. Ueber den natürlichen

„ stet? fähig, und mein Wille wohl bereit, der ärgste„Bösewicht zu werden, wenn Dn mich nicht gehindert„-und mir Riegel und Zaum und Gebiß vorgelegt hät-„test, Ps. 32, y. Im Kerzen gab ich das alles ver-„übet, was je Menschen, Galgen und Rad zu Wege„gebracht hat. Wollte ich mir damit vor dir einen„Vorzug anmaßen, so würde ich in dieser meiner ver-„ meinten Gerechtigkeit, nur desto verwerflicher vor dir,,seyn, o Du Heiliger, vor dem wir allesamt wie die„Unreinen geachtet sind, und vor dem alle unsere Ge-rechtigkeit — auch die beßte, wie ein beflecktes und„unflätiges Kleid ist. Fes. 64, 6. Ep. Fud. 2z. Vor„Dir, »Heiliger! ist kein Lebendiger gerecht! Ps. 143,2.„Was ist ein Mensch, daß er sollte rein seyn — und„daß er sollte gerecht seyn, der vom Weibe geboren„ist? selbst unter deinen 5?eiligen ist keiner ohne„Ntdcl, und sogar die .Himmel sind nicht rein vor Dir!„ wie viel mehr ein Mensch, der ein Greuel und Schnöde„ist, der Unrecht säuft, wie Wasser! Hiob 15, 14.15.16. Hiob 4,18.

S. 27.

Soll es denn aber keinen Vortheil, keinen Gewinnhaben, mich weniger der Sünde dahin gegeben zu ha-ben, ihr Gehorsam zu leisten, in ihren Lüsten? Ant-wort: Vor der Begnadigung, die allein um derverdienstlichen Gerechtigkeit Jesu Christi willen, demSünder widerfährt, hilft ihm das alles Nichts; eSmacht einen Menschen vor dem andern, auch nicht umein Haar breit besser, annehmungSwürdiger, würdigerund gerechter; Aber nach der wahren Bekehrung, sobald ich Buße und Vergebung meiner Sünden von Gottdurch Jesum erlangt habe; Act. 5,31. und durch denGlauben an seinen Nahmen vor Gott gerecht wordenbin, dann bringt es mir Vortheil, jeweiliger ich