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Unterhaltungen für gläubige Seelen
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44 VI. Brief. Die Königin

Der Mangel der Erkenntnis, vom noth wendigenUnterschiede der Gestaltung der Glieder Christi, wirdoft die Quelle mancherlei Versündigungen, in unrechterliebloser Veurtheilung derer^ie dem Herrn angehören,und durch seinen Geist zu einem Leibe getauft, undzu einem Geiste getränkt sind, i Cor. 12, iz. Daherwir nicht behutsam genug im Urtheil über unser» be-gnadigten Mitbruder seyn können, wenn wir ihn nachseinem innern und äußern, von uns verschieden, gestelletund geordnet sehen.

Genug, es bleibt dabei; Alle Crearur Gottes-also auch aste Gabe, alle Kraft, die Gott in uns gelegthat, ist gut und nichts verwerflich, 1 Tim. 4, 4.

Die Gnade weiß alles, was wir auch verdorbenund verunreiniget haben, zu läutern, zu reinigen, undzu gebrauchen, und was nicht taugt, wegzuwerfen, sobald wir uns ihr nur mit allem, was wir sind undhaben, zum Opfer hingeben. Hier am Ende der Er-zählung von der arabischen Konigin, fragen wir mitRecht, ob im Herze» der Königin nicht das Verlangengewesen seyn sollte, eine mit dem Volke Gottes näherVerbundene zu werden, und durch eine eigentliche Auf-nahme unter ihnen zu leben? Ferner, ob sie nicht deuWunsch gehabt haben sollte, in Jerusalem zu bleiben,um einen steten Genuß an Salomo zu haben, und seinenähere Gemeinschaft, zur Befriedigung ihres HerzenSzu benutzen. Die Geschichte schweigt hievon, indemsie die Erzälung von der Konigin mit den kurzen Wortenabbricht: Sie wand te sich, und zog in ihr Land,sammt ihren Knechten.

Aber wir können sie uns selbst beantworten; Ver-kennen wir nicht, daß der ganze Gang der Königin,ihr Benehmen und Verhalten, und der Erfolg ihrerReise und ihrer gemachten Erfahrungen, angefan-genes Gnaden-Werk Gottes, in ihrer Seele, M