4? VI. Brief. Die Königin
Gnade und Schätze aus der Fülle Jesu nehmen undanwenden können, die in seiner Vereinigung jedem an-geboten werden; Es bleibt wahr, daß ein jeder nwrin dem Maaße aus der ewigen Quelle aller Vollkom-menheiten schöpft und empfängt, als er zubereitetesGefäß bat: denn als es der Wittib zu Zarpath amGesässc mangelte, stand der Oelfluß ans demWunderkrnge still; So viel aber, als sie dessen vor-täthig hatte, wurde aus ihm angefüllet. 2Kön. 4,3-7.
Was die dem Gläubigen im Bestreben nach Voll-kommenheit, nothigcn Einschränkungen betrifft; so wirdder Hcyland eine mit ihm verlobte, und ihn als ihrhöchstes Gut liebende Seele schon lehren, damit sienur nach dem trachte, was dem Herrn angehört, undwomit sie ihm gefalle. 1 Cor. 7, 32.
Trachtet zuerst nach dem Reiche Gottes und nachseiner Gerechtigkeit, Matth. 6, 33. — Trachtet nachdem, was droben ist, und nicht nach dem, was aufErden ist. Col. 3, 2. Das wird und muß immer dieerste und größte Sorge der Gläubigen seyn, deren Er-füllung ihn aber nicht von der Verbindlichkeit derselbenfrei spricht; sondern ihn vielmehr dazu auffordert, wel-ches in den viel umfassenden Worten Pauli liegt: Ihrseyd thcucr erkauft, darum vcrherrlichet Gott ineurem Leibe, und in eurem Geiste, welchesind Gottes, 1 Cor.6,20. So durfte z.V. Paulus,der ein Weiser und Schriftgelehrter war, seine Kennt-nis und die erlangten Vollkommenheiten seiner Geistes-kräfte nicht wegwerfen, als er ein Gläubiger ward;Nein, die Gnade heiligte solche in ihm, zur Verherr-lichung des Nahmens Jesu; Eben so sehen wir dieJünger und Apostel von so verschiedener Stimmungihrer natürlichen Temperamente; Aber, geheiligtund gereinigt durch die Gnade, war das feurige Tem-perament des Petrus, so wie das sanftere des Johan-