Z3 V. Brief. Die Königin
zu lange bei den Gnaden-Geschenken. Wir bespiegelnuns mit Wohlgefallen an uns selbst, im Abglanz derKlarheit vom gnädigen Angesicht Jesu, statt daß wirdarum das Bild der Gnade und der Liebe Got-tes betrachten, und in diesem Licht das Licht er-kennen sollten, Ps. z6, iO. welches in unsere Fin-sternis scheint, damit mir durch die Erkenntnis unsererklnwnrdiglcit vor Gott, unserS Elends und Gebrechens,desto dcmntbigcr vor ihm — desto verlangen-der nach seiner Gnade würden: Nur zu leichtkann die selbstgefällige Bespiegeln»;; in den erlangtenGnaden-Gaben und Erfahrungen im Gnaden-Stande,unserm Stolz und Eigendünkel, ein gewisses Zielvon erlangter Vollkommenheit vormablen, —ein Ngheseyn am Ziel, welches doch selbst der vorzüg-lich begnadigte Paulus Pbil, Z, 12 :c. noch incht er-reicht zu haben demütbig bekennt. Er, der vonsich rühmen konnte ,.ich lebe: aber doch nun nichtich; sondern Christus lebt in mir;,, Gal. 2,20,Nur zu leicht können wir in diesem Blick der Reini-gung unserer Sünden vergessen — schläfrig undlaß werden im verordneten Kampf wider die nochimmer anklebende Sünde — nachlässig in der Hei-ligung ; Wir können selbst durch den Genuß derGnade aus der Gnade fallen, so daß auch als-dann uns die Frage gilt, welche er an die begnadigteGalater mit Wchmuth des Herzens that. Ihr liefetso fein! Wer hat euch aufgehalten? Gal. 5,7.Wer hat Euch so bezaubert ? C.z, 1. Wer euchdas Ziel v e r r ü ck t? Col. 2, l 8. Nicht so David,der einmal im seeligstcn Genuß der Freude am Herrnund seiner Gnade, sprach: ich will noch geringerwerden, und will niedrig seyn in meinen Augen,2 Sam. 6, 22. Nun das soll auch bei uns die Fruchtaller uns geschenkten Gnaden-Gaben seyn; Wenn wir