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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
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22.

III. Brief, Die Königin

Dies Feuer giebt das Leben des Glanbens, unddas Licht und der Schein dieses Feuers, ist dasLicht des Glanbens, durch welches Herz und Geistzum ewigen Leben erleuchtet werden.

Die menschliche Vernunft hat zwar ein Licht, aberdis Licht hat keine belebende Kraft in sich, weiles nicht ans dem Feuer - Leben der göttlichen Liebeurständet, von welchem der Mensch, wie der Apostelsagt, von Natur entfremdet ist. Eph. 4, ist.

Das Licht der Vernunft gegen das Licht des Glau-bens, oder oas göttliche Licht, ist das Licht oes Mon-des gegen das Licht der Sonne Das Erstereist ein schwacher Abglanz des Letztem, welches nurnothdnrstig die Finsternis, in Abwesenheit der Sonneerleuchtet; das Lichr der Sonne aber, giebt hellen Tag,«Nd Kraft zum Lebeil und WachSthmn.

Nicht der Mond kqnn in seinem schwachen erborgtenLicht die Sonne, wohl aber diese den Mond erleuchten;Eben das gilt von der Vernunft und dem Glauben-

Das im Herzen aufgegangene Licht des Glaubenserleuchtet die Vernunft und ergänzt und berichtigt dieErkenntnis ans ihrem Lichte; aber nicht umgekehrt.Nur Zeugnis kann das Licht der Vernunft zur Bestä-tigung des Glaubens ablegen, so wie das Licht desMondes vom Licht der Sonne zeug er, auchwenn wir zur Zeit der Nacht keine anschauendeErkenntnis von der Eristenz der Sonnehahen.

Der Znstand des Gläubigen ist, daß das gottlicheLicht, welches als ein Heller Schein in seinem Her-zen ist, 2 Cor. 4, 6. zwar in seiner natürlichen Finster-nis scheint und sie erleuchtet; die Finsternis selbst aber,der natürliche Mensch,- in seiner eigenen Vernnnst-kraft, dieses Licht nicht begreifst» kann. Joh. 1, 8.