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Unterhaltungen für gläubige Seelen
Entstehung
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2.0 III. Brief. Die Königin

die Vernunft eine Feindin des Glaubens ist, sondernauch in den Eingriffen, welche Vernunft und Herzin ihr gegenseitiges Gebiet!? thun; und das geschichet,wenn sich das Herz mit seiner Liebe, nach denirrdischcn, sinnlichen und Niedern Dingen, die in dieRegion der Vernunft gehören, zum Besitz ausstreckt;und gegcntheils, wenn die Vernunft eS wagt, mitihrer schwachen Sehekraft in das Gebieth des Uebcr-irrdischen und Göttlichen einzudringen, welches deinHerzen, in der Kraft des Glaubens angewiesen ist.

Bleibt die Vernunft in den ihr angewiesenen Grciwzen, so sind zwei Fragen als Prämissen zur Friedens-punctarion mit dem Herzen in GlaubenSangclegenhcitenzu beantworten : Erstens: welches ist der Werth undGehalt der Vernunft für den natürlichen Menschen?Zweitens, welches für den, durch den Glauben Wie-dergeborenen?

Dem äußern Natur-Menschen ist sie ein hohesGcschenk Gottes; eine ergiebige Quelle unnennbahrcc.Scegcns - Genusses für das Leben hienieden; ein unent-behrliches Requisit zum Betrieb des Werkes, welches den;Menschen in der Zeit aufgelegt ist. Sie ist das erste undedelste Orgau für das Sensorium der Seele, wodurch zwi-schen der menschlichen Seele und den Dingen ausserihr, Verbindung, Verhältnis und Genuß, bewürktund unterhalten wird; Sie ist daS Licht des natürlichenAuges der Seele, womit es vom Mittelpunct der Nie-dern Erde an, bis in die obern ätherischen Regionen,die Werke der Schöpfung beschauet, und dem Herzen,das Holz zun? Opfer der Anbetung, der Liebe, Weis-heit und Allmacht zu sammlen bestimmt ist.

Vermöge der Gabe der Vernunft tritt der Menschauf die oberste Stusse in der Reihe der Geschöpfe, undwie gesagt, wäre er nicht im Fall der nähern Verbin-dung mit dem göttlichen Licht verlustig gegangen, so