,4 Ii. Brief. Die Königin
der Vernunft; Aber in der Verbindung mit dem zweiten,welche »eine Angelcgenbeit des Herzens ist, bekommtjener Glaube erst Leben; und dann erst setzt er die Kräfteder Seele, womit wir durch den Glauben Wahrheiterkennen und fassen, in den Zustand der Thätig-keit, in welchem der Mensch auf den Weg der Sclbst-crfabrung der Gegenstände seines Glaubens, geleitetwird.
Nach diesen Betrachtungen müssen wir die Königinvon Arabien als eine durch das Wort gläubiggewordene ansehen, die am Eingänge des Weges zuden seeligstcn Erfahrungen ihres Glaubens stehet. Aufdieseni seeligen Standpuncre wollen wir sie indes stehenlassen, che wir in ihrer Geschichte weiter schreiten ; Duwirst eS erlauben, daß ich Dir in meinem nächsten Schrei-ben einige Betrachtungen mittheilc, die mir so wobl überden todteN, als lebendigen Glauben, und überdie Rechte der Vernunft und des Herzens geeworden sind; Vielleicht findest Du manches drin, wasDir lieb zu lesen seyn wird. Freilich sind es Betrach-rungen, die eben nicht für jedtn Leser faßlich sind; dochDein erfahrnes Herz, mein lieber Bruder, wird meineAnmerkungen saßen, und mich überall so verstehen, wieich verstanden seyn will. Nichts ist, wovon mehr ge-sprochen und geschrieben wird, als vom Glauben, linddoch weiß unter Tausenden nicht Einer, waS Glaubeist, — was dazu gehört — worin dessen Wesen be-steht, — was für ein Unterschied zwischen dem todtenund lebendigen Glauben ist, n. s. w. Ich bin nichtgemeint, die große Lebrc vom Wesen des walncn Zustan-des einer würklich und lebendig an Icsum gläubig ge-wordenen Seele abzuhandeln; das ist ein Gegenstand,der mehr erfordert, als sich in rapsodischcn Anmerkun-gen sagen läst — ein Gegenstand, den man nur durcheigne Erfahrung kennen lernt, und selbst dann weiß