mehr in Verfall. Die Turniere, der vor-nehmste Schauplatz der ritterlichen Tugenden,sanken allmahlig zum leeren Spiele des Zeit-vertreibes, zum eitlen Waffegeprangen, herab.Der Adel ließ sich durch die Pracht der Höfein die Residenzen locken, wo sein Vermögenbald ein Opfer des Luxus wurde. Dennochwurden der Ritter immer mehr, und dieNittcrwürde gab nun eine Belohnung vcr-dicnstloser Hofedelleute ab. Vep jedem klei-nen Feste wurden neue Ritter geschlagen;jedes Hofamt mußte ein Ritter bekleiden.Dennoch waren diese Ritter oft so arm, daßsie Jongleurs (Lustigmachcr) abgaben. Ver-gebens bcmühcte man sich das gesunkene An-schn der Ritterwürde durch neue Ritterordenwieder zu heben. Aber die Ritter setztenihre Pflichten immer mehr aus den Augen.An der nachthciligen Stimmung des Ritter-geistes waren jedoch auch die Geistlichen Ur-sache. Durch seltsame und abenthcucrlicheGelübde, durch die Vorspiegelung einer be-sonder» Verdiensilichkeit des Kampfes für dieKirche, durch Ablaßvcrkündigungen, die alleSittlichkeit vernichteten, pfropften sie demRittcrgeist einen mit seiner Würde im Wi-der-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten