l58
schal) es aber, daß die Damen zu dieser fürden Ritter so hohen Würde gelangten? DieDamen, die schon durch das Christcnthumsich unvermerkt zum Range des männlichenGeschlechts erhoben hatten, die stiegen inden obcrn Standen bis zu einer gewissen Artvon Heiligkeit empor. Das eingezogene Le-be» der Frauen und Mädchen während derAbwesenheit der Männer und Väter; ihreseltene Theilnahme an den Gesellschaften derMannspersonen; ihre seltene, vorbereiteteund feperliche Erscheinung; ihr Bestreben,dem männlichen Gcschlechte in den Tugendennachzueifern; in der Sittsamkcit, Häuslich-keit, Sitten-Ncinigkcit, Zucht und Ordnungsich auszuzeichnen, mußte ihnen in den Augender jungen, feurigen Ritter einen um sogrößern Werth geben, je weniger dieselbenzur Entdeckung ihrer Schwächen Gelegenheithatten. Eben diese Damen befanden sichaber in der Gefahr, auf ihren Burgen vomNäubcradcl belagert, überfallen und gemiß-handclt, oder gar als Beute, als Geiseln,weggeführt zu werden. Selbst die vornehm-sten Prinzessinnen waren vor Entführungennicht sicher. Der Verehrer eines Fräuleins,
das