Druckschrift 
9 (1804)
Entstehung
Seite
152
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hohen Schule zu Prag schenkte, kosteten ihm100 Mark. Ein einzig maßig starkes, aufPergament schön geschriebenes Buch konnte100 bis 150 Thaler kosten. Für r Exem-plar des Livius wurden 170 Goldgulden be-zahlt. Daher wurde auch, ohne Pfand oderBürgschaft, nicht leicht ein Buch verborgt,und in manchen Bibliotheken lagen die gro-ßen Bücher gar an Letten. Wie wohltha-tig zeigt sich also nicht die Erfindung derBuchdruckcrkunst, welche die Vervielfältigungder Exemblare eines Buches so erleichtert,und den Preis derselben so wohlfeil macht.

Man hatte, vor der Erfindung der Buch-druckerkunst, schon manches, was ihr denWeg bahnte. Man schnitt Buchstaben aus,um die Kinder mit dem Alphabet bekannt zumachen. Man hatte Münzen mit erhabenerSchrift, die sich cinmahl zufallig abdruckenkonnten. Man hatte Stempel zu Monogram-men, die man zur Unterzeichnung der Urkun-den brauchte; man hatte ganze Titel der Kai-ser, die buchstabenweise ausgeschnitten, undmit Farbe abgedruckt waren. Man hatteendlich schon längstens Holzschnitte mit Figu-ren