Druckschrift 
9 (1804)
Entstehung
Seite
120
Einzelbild herunterladen
 

120

Chemie einen nützlichen Gebrauch; aber ihreFortschritte in der Anatomie hemmte ein Verslboth des Pabstes. In Frankreich gab eszu Montpellier eine besondre mcdicinischeSchule, und Karl V legte zu Paris für dieAstrologie und Medizin ein besondres Colcgi-um an. Die ausländischen Aerzte, und beson-ders die jüdischen, waren aber doch geehrter,als die inländischen. In Deutschland befandsich die Arzncywisscnschaft fast ganz in denHänden der geistlichen Empiriker (Vcrsuchma-cher) und Nachbethcr. Diese trieben kein?Anatomie, und setzten vielmehr auf astrologi-sche Grillen, auf Zaubermittcl, religiöse undsympathetische Euren, einen großen Werth.Ansteckende Krankheiten betrachtete man als«ine besondre Strafe Gottes. Dennoch wares ein deutscher Arzt, Peter von Aichspnltaus Trier, der dem Pabst Clemens V seineGesundheit wieder verschaffte, und sich dadurchzum Erzbisthume Maynz den Weg bahnte.Zn England, und in andern nördlichen undöstlichen Ländern von Europa , gab es nochweniger einsichtsvolle Aerzte.

Die Rechtswissenschaft bildete sich in die-sem Zeiträume ganz vorzüglich aus. Das

römi-