Druckschrift 
9 (1804)
Entstehung
Seite
59
Einzelbild herunterladen
 

rem ausmachten. Es gab von solchen Buh-lerinncn zuweilen auf 1500 bey einer Armee.Noch unterhielten die Könige keine eigentli-chen Maitrcsscn, die sich in die Angelegen-heiten des Hofes und Staates einmischten.Dergleichen kamen, selbst im lztcn Jahr-hunderte , nur bey stillsitzenden geistlichenweltlichen Fürsten Italiens, besonders beyden Pabstcn, vor. Eine der ersten königli-chen Maitrcsscn war Agnes Sorcl, die Ge-liebte Karls VII, der, nach dem Tode der-selben, in die Weichlichkeit und Wollust ei-nes orientalischen Despoten versank. Da,wo Fürsten einkehrten, war es Pflicht, ih-nen, bei Lustbarkeiten, die Damen des Hau-ses und der Nachbarschaft, oder auch wohldie angcschnstcn bürgerlichen Frauenzimmer,vorzustellen, und diese wetteiferten in denBemühungen, die Aufmerksamkeit derselbenauf ihre Reitze zu ziehen, weil man dieje-nigen glücklich pries, welche die Gunst derMonarchen oder Fürsten, auch nur auf einekurze Zeit, genossen hatten. Sitten - Vcr-dcrbnifi war daher eine gewöhnliche Folgedes Aufenthaltes eines Königes, oder Fürsten.Die Könige und Fürsten hatten viele uneh-liche