Druckschrift 
9 (1804)
Entstehung
Seite
50
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Da die Könige »nd Fürsten damahls nochnicht so viele Geschäfte und Zerstreuungenals jetzt hatten, und da ihr durch die Jagdund andere Leibesübungen gestärkter Magenmcht lange warten konnte, so nahmen sieihre Mittags - und Abendmahlzeit auch sehrfrüh ein. Noch zur Zeit des Königes Hein-rich VII von England aß man um 10 Uhrzu Mittag, und um 4 Uhr zu Abend. Ebendiese Tischzeit dauerte in Frankreich bis ins16te Jahrhundert sort.

Fast alles war damahls weit einfacher undkunstloser als jetzt. Eben so war es auch dasHofleben. Hoftage waren nur bey großenFamilienfesten der Fürsten, z. B. bey Hoch-zeiten, Kindtaufen und Gcburthstagen, ge-wöhnlich. Alsdcnn herrschte aber auch einefast unbegreifliche Verschwendung und Pracht.Das Vermählungsfcst des Vaters der berühm-ten Markgräfin Mathilde von Toscana dauertez Monathe. Bey der Krönung des KönigesRoger von Stcilicn (nzo) wurden blosgoldne und silberne Schüsseln auf die Tafelngesetzt, und die gemeinsten Hofbcdicntenwaren in Seide gekleidet. Besonders präch--

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