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1 (1841) Erloschene Orden
Entstehung
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Der Vorbericht sagt: dieser Orden sey von der mittlern Art, d. Ii. von Pri-vatrittern und Herren gestiftet, aber von Lohen Herrschaften confirmirt undauf mancherlei Art begnadigt worden. Er sey vom Anfang des Jahrhundertsbis gegen das Jahr 1740 in einer so löblichen Stille und Verschwiegenheit ge-blieben, dass schon manches würdige Mitglied gestorben, welches die Weltnicht als Senfkornsordensritter gekannt habe, welchem nicht einmalalle Mitglieder dieses Ordens bekannt gewesen. Es haben sich näm-lich jederzeit und noch jetzt Personen von solchen Qualitäten und Umständendarin befunden, dass man nicht rathsam geachtet, sie den Listen einzuverleiben;die Seniors dieser Gesellschaft fühlten weder Beruf noch Lust, eine äussereFigur in der Welt zu machen, und eine ihnen als Geheimniss bekannte Sachesollte dem Publikum nicht Preis gegeben werden.

Im Jahr 1736 wurde es bereits zu lästig, die Ordensregeln so oft abzu-schreiben, sie wurden deshalb zu London in der Boyerschen Officin gedruckt,aber mit solcher Vorsicht, dass Profane zwar davon hörten, ihrer aber nichthabhaft werden konnten. — Um die Neugierigen irre zu leiten, scheint der Or-den selbst damals verbreitet zu haben, dass Graf Zinzendorf der Stifter sey.

Hauptzweck des Ordens war Religion. Die Regeln sind überschrieben: ImNamen unsers Einigen hochverdientesten Liebsten Herrn.

§. 1. Jesus Imamiel soll auf der ganzen Welt als die einzige Ursaclie der Errettung erkannt werden.Freilich lassen sich bei gegenwärtiger Kirchenverfassung nicht alle rechtschaffenen Leute in Absicht der öf-fentlichen Religion unter einen Hut bringen. Und daher kommt es, dass auch die Unsrigeu bei solcherEntfernung der Länder und solchem Unterschied der Würden, Aemter und Geschäfte auch in unterschiedenenKirchen leben; in jenem Einen Hauptstück kommen sie aber überein. §.3. Heidenbekehrung ist eigentlich ihreSache nicht, da schon genug Christen sich damit abgeben; doch sollen sie §. 9. suchen, das Königreich JesnChristi glücklich unter die Heiche und Nationen der Erde zu pflanzen. §. 2. Was die Christenheit anbetrifft,so wollen wir Niemand von der Religion, worin er geboren und wiedergeboren ist, abzubringen suchen;wenn aber Jemand mit freiem Gewissen die Religion eines ödes des andern Mitgliedsunsers löblichen Ordens sich von selbst sollte belieben lassen, so haben wir andere es nichtzu hindern. — Ausser den wiederholten Ermahnungen zur Liebe des ganzen menschlichen Geschlechts undzur Förderung der Sache Jesu, kommen §. 7 noch 13 Regeln vor. Darunter z. B. No. 4: Die Glieder derGesellschaft wollen ehrlich handeln und obschon vorsichtig und behutsam, doch niemals verstellt. No. 5.Sie wollen nichts übereilen, sondern alles nach reiflicher Ueberlegung sicher ausführen. No. 6. Sie wollensich nicht lange besinnen, durch die Thüren, die die Vorsehung Gottes zur Beförderung seines Werks vonZeit zu Zeit aufthun wird, einzugehen und was dabei zu ihun ist, munter und unerschrocken zu thun. Siewollen sich aber äusserst in Acht nehmen, dass ja derenlhalben kein schon eröffneter Pass wieder geschlossenwerden möge. No. 7. Sollte einer einen Feind haben, der ihn drückte und für seine Person recht schädlichwäre, es ginge aber die Sache des gemeinsamen Herrn in desselben Händen glücklich von Statten; so soll erIhn nicht nur nicht hindern, sondern allen ersiunlichen Fleiss anwenden, ihm an der Hand zu stehen, damitsein Werk conserviret werde und grosser Nutzen daraus entstehe. No. 9. Wir wollen uns hüten, in der LehreSitten oder Ceremonien neuerliche Dinge einzuführen; vielmehr dazu rathen und helfen, dass das Alter-thum, welches doch Allein vorzuziehen ist, wo es ohne abermalige bedenkliche Neuerung geschehenkann, wiederhergestellt werden möge. No. 11. Werke des Heilands, die mit Finsterniss bedeckt