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1 (1841) Erloschene Orden
Entstehung
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gezeuget, ist es eigentlich dessen mit L. Buchstabe. E. bedeutet die freyen Künste, als Mahler, Barbierer,Apotheker elc. F. die Vectores und Gelehrten. G. die Secrctarios. II. über welchen ein Stern, die Mar-chesen, Grafen, Fürsteu. I. die Herren und Prälaten. L. ist wie obengedacht des Erfinders Nahmens Anfang,und der Stern zwischen D und L bedeutet die Einigkeit. Die 3 Sternen in der Mitten bedeuten die Dreieinig-keit. Wer nun wolte ein Cavalliero dell’ Apocalisse seyn, dem wurde ein solcher Stern zum Orden gegeben,und von was Condition er war, dessen Buchstaben stunden zuerst (unten an der Stelle des A im Schwantz).Sie thaten nichts, hatten auch keine andere Lehre, als die Römisch-Catholische, als dass sie allezeit miteinem Degen umgürtet gingen, vorgebende, sie müsten parat seyn, wenn es nöthig die Kirche zu beschützen,und was dergleichen raptus sie mehr hatten.“

Mau sieht, dass diese Muckerart der Form nach wirklich eine Stelle unterden Ritterorden nach eigener Regel verdient. Was aus der Sache weiter ge-worden, weiss Tenzel nicht und erfährt man wahrscheinlich nur aus dem Archivder heiligen Inquisition zu Rom.

Orden vom Senfkorn, in England, Holland und Deutschland.

Auch an geheimen Orden waren das 17. und 18. Jahrhundert über-schwenglich fruchtbar: Bündnisse politischer, mystisch-religiöser, propagandisti-scher, gar oft auch nur beutelschneiderischer Tendenz; mehr oder minder deräussern Form der Ritterorden sich anschmiegeud durch Statuten, Abzeichen,Einweihungsceremonien, Titel, Verfassung, oft geradezu Ritterorden sich nen-nend. Jedenfalls müssen sie in dieser Uebersicht eine Stelle finden, mindestensmuss ein solcher Orden hier angeführt werden, da ohnehin ein eigenes dickesBuch für eine, auch nur summarische Beschreibung aller Institute dieser Art er-fordert würde. Ich wähle diesen Orden, der sich selbst einen löblichen Or-den nennt und hier als Muster eines protestantischen geistlichen Ritter-ordens erscheinen mag.

Er soll 1708 zu London gestiftet worden seyn, von wem, ist nicht bekannt;die 1740 bei Johann Christoph Stölir zu Büdingen erschienene deutsche Ueber-setzung der „Regeln des löblichen Ordens vom Senfkorn, nebst einem kurzenVorbericht,“ enthalten darüber nichts. Der Glaube, dass er eine Stiftung derHerrenhuter und namentlich des Grafen Zinzendorf sey, wurde von diesen undvon dem Orden selbst sehr standhaft bekämpft.

Grosse Verbreitung und strengste Verschwiegenheit waren zwei Hauptauf-gaben dieses Vereins und wurden so glücklich gelöst, dass man bei der allge-meinverbreiteten Jesuitenriecherei, auch darin wieder loyolitisclie Umtriebe häufigvermuthete.