Druckschrift 
Brief an einen Freund über das Ansehen, den Zweck und die Wirkungen des Christenthums
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

23

schrieben? Wort und die Werke GottcS ein ganzähnliches Schicksal haben; denn auch in der Natur-wisscuschaft findet sich Vieles, das der Weise nichtfassen kann, und das die Lasterhaften schnöde miß-braucht haben. Ferner habe ich zu bemerken, daß esnicht die Absicht der Schrift seyn kann, die Ncugierder Weltweisheit zu befriedigen, oder ein neuesLicht auf ihre vermessenen Forschungen zu werfen,sondern, daß sie den demüthigen und andächtigenLeser unterweisen, und dem Einfaltigen und Sanft-müthigen den Weg zum Himmel zeigen will. Fürsolche ist, wie nun auch ihre Stellung im Leben,oder das Maaß ihrer ^Geistesbildung beschaffen seynmag, die Bibel in der Hauptlehre und jedem sitt-lichen Grundsatze klar und verstandlich. Auf dereinen Seite stimmt das göttliche Gesetz mit denSchlüssen tiefer Vcrnunftforschung so vollkommenübercin, daß ihm die erleuchtetsten Weltwcisen frei-willig den höchsten Beifall zollten, und doch ist es,auf der andern Seite, so einfach, klar und deutlich,daß auch der Thor nicht irren kann, wenn er esnur mit Wahrheitsliebe und frommer Aufrichtigkeitaufnimmt.

6. Nachdem wir somit kürzlich einige der Hanpt-bcwcise durchgegangen haben, aus denen der sichereSchluß gezogen werden kaun, daß das Christenthumwahr, und daß die Bibel eine achte und unter gött-