Daß die Gnade der Andacht durch Demuth w. 29 l
frommen nicht brenne, so habe ich gleichwohl vondeiner Gnade ein Verlangen nach jenem großen, lo-dernden Verlangen, indem ich bete und begehre, daßich all deiner so brünstigen Liebhaber theilhaftig undderen heiliger Gemeinschaft zugezählt werden möge!
Fünfzehntes Kapitel.
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Daß die Gnade der Andacht durch Demuth und Selbst-verleugnung erworben wird.
Stimme des Geliebten.
l. Es thut noth, daß du die Gnade der Andachtinständig suchest, sehnsüchtiglich erstrebest, geduldig undzuversichtlich erwartest, dankbar empfangest, demüthig-lich bewahrest, fleißig mit ihr wirkest, und Gott dieFrist und die Weise der himmlischen Heimsuchung, biser komme, anheimstellest. Demüthigen mußt du dichvor allen Dingen, wenn du wenig oder gar keineAndacht inwendig verspürest, aber nicht gar zu sehrniedergeworfen, noch über die Maßen betrübet werden.Es gibt oft Gott in einem einigen kurzen Augenblick,was er lange Zeit hindurch verweigert hat. Er gibtzuweilen am Ende, was er im Anfang des Gebeteszu geben verzog.
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