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Von der Nachfolgung Christi
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292
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292 Daß die Gnade der Andacht durch Demuth :c.

2. Wenn allzeit bald die Gnade gegeben würde,und nach Wunsch da wäre, so wäre sie dem schwachenMenschen nicht wohl erträglich. Derowegcn ist inguter Hoffnung und dcmüthiger Geduld zu erwartender Andacht Gnade. Dir jedoch und deinen Sündenmiß es zu, wenn sie nicht gegeben, oder auch heim?lich entnommen wird. Zu Zeiten ist's ein Geringes,was die Gnade hindert und verbirgt, wenn andersgering und nicht vielmehr groß genannt werden muß,was solch ein Gut abhält. Und wenn du eben dießGeringe oder Große weggeschafft hast und vollkömm-lich überwunden, so wirst du haben, wornach du ge-trachtet (I Joh. 1u. 2).

3. Denn alsbald, wie du dich Gott von ganzemHerzen übergeben, und nicht Dieß oder Jenes nachdeinem Belieben oder Wollen gesuchet, sondern dichganz und gar in ihn hineingeleget hast, wirst du dichvereiniget und befriediget erfinden, dieweil nichts sowohl schinecken wird und gefallen, als das Wohlge-fallen des göttlichen Willens. Wer also seine Absichteinfältigen Herzens empor zu Gott erhoben, und sichvon aller unordentlichen Liebe oder Abneigung irgendwelches geschaffenen Dinges entleeret hat, der ist amgeeignetsten, die Gnade zu empfangen und würdigdes Geschenkes der Andacht. Gibt ja der Herr dortseinen Segen, wo er leere Gefäße gefunden. Und