226 Von den verschiedenen Regungen :c.
Zeitliche, freut sich bei irdischen Gewinnsten, trauertAber Schaden, wird entrüstet über ein leichtes Wortder Kränkung; aber die Gnade merkt auf das Ewige,hängt nicht am Zeitlichen, wird nicht unruhig beimUntergänge von dergleichen, noch verbittert durch här-tere Worte, dieweil sie ihren Schatz und ihre Freudein den Himmel gestellt hat, da nichts verloren gehet(1 Kor. 13).
4. Die Natur ist begierlich und nimmt lieber, alsdaß sie gibt, liebt das Ihrige und Eigene; die Gnadehingegen ist fromm und gemeinsam, .meidet das Be-sondere, lässet sich mit Wenigem genügen, hält gebenfür seliger denn nehmen (Apg. 30, 32. 35). Die Na-tur neigt zu den Creaturcn hin, zum eigenen Fleisch,zu Eitelkeiten und Zerstreuungen; aber die Gnadeziehet zu Gott und zu den Tugenden, entsagt denCreaturcn, flicht die Welt, hasset des Fleisches Be-gierden, hemmet die Ausschweifungen, erröthet, vorden Leuten zu erscheinen. Die Natur hat gern einigenäußerlichen Trost, worinnen sie sich ergötze nach ihremSinn; aber die Gnade sucht in Gott allein getröstetzu werden, und im höchsten Gute über alles Sicht-bare ergötzet zu werden (Tit. 3).
5. Die Natur treibt Alles des Gewinnstes unddes eigenen Vortheils halben, kann nichts umsonstthun, sondern hoffet entweder Gleiches, oder Besseres,