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Von der Nachfolgung Christi
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Daß der Mensch sich nicht möge der Tröstung 221

voll aller Schmach? Ich habe keinen Mund, zu reden,denn nur dieß Wort: Ich habe gesündiget, Herr, ichhabe gesündigct, erbarme dich mein! Vergib mir! Laßmich eine Weile, daß ich meinen Schmerz beklage,ehe denn ich hinabfahre zu dem finstern Lande, dasbedecket ist mit der Düstcrniß des Todes! Was for-derst du denn so vornehmlich von dem schuldigen,elenden Sünder, als daß er zerknirschet werde undsich demüthige um seine Missethaten? In wahrer Zer-knirschung und Herzensdemuth wird geboren die Hoff-nung der Vergebung, versöhnet das zerrüttete Gewis-sen, wieder ersetzet die Verlorne Gnade, der Menschbeschirmet vor dem zukünftigen Zorne, und es begegnensich einander im heiligen Kuß Gott und die reuige Seele.

4. Die demüthige Zerknirschung der Sünder istdir, Herr, ein angenehmes Opfer, weit lieblicher duf-tend vor deinem Angesichte als des Weihrauchs Muth.Dieß ist auch die willkommene Salbe, welche du dirauf deine heiligen Füße hast wollen gießen lassen, die-weil du ein zerknirschtes und gedemüthigtes Herz nim-mer verachtet hast. Dort ist die Stätte der Zufluchtvor dem Zornesangesicht des Feindes. Dort wird verbci-sert und abgcwaschcn, was nur mag anderswo verschuldetund befleckt worden sein (Ps. 5t. Luc. 7, 36—5t)>